Geheime Dokumente auf WikiLeaks, gefährdete Datensicherheit in Unternehmen und immer genauere Persönlichkeitsprofile durch Datenkombination. Was geheim oder geschützt sein sollte, wird durch die Mechanismen des Internets oder das eigene Verhalten transparenter und berechenbarer. Das ist für die einen unproblematisch, für die anderen Grund zur Verweigerung der Internetnutzung. Spaltet das Internet unsere Gesellschaft? Und: Wie wollen wir in Zukunft mit dem Medium Internet leben? Kristina Schröder und die CDU Wiesbaden diskutierten diese Fragen mit dem Start-up-Unternehmer Ibrahim Evsan und vielen Gästen aus Wiesbaden.

Das Internet ist ein Wirtschaftsfaktor, ein Fortschrittsmotor für die Gesellschaft und eine wichtige Basis unserer Industrie- und Wissensgesellschaft. Es gehört mittlerweile zur Grundinfrastruktur unseres Landes wie Strom oder Gas. Rund 80% der Haushalte in Deutschland haben einen Internetzugang. Internetnutzer haben zahlreiche Vorteile, denn das Medium erleichtert die Kommunikation mit Freunden, Geschäftspartnern oder Behörden, den Zugang zu Wissen oder auch den Marktüberblick beim Einkauf. Insgesamt bietet das Internet große Chancen und es hat längst unsere Arbeit, unser Privatleben und unsere Kultur verändert.

Aber: Es gibt auch zahlreiche Gefahren. Dazu zählen Datenmissbrauch, IT-Angriffe, Urheberrechtsprobleme, Internetsucht, Mobbing und Stalking. Gerade der Datenschutz ist ein weltweites Problem. Dabei sind Ausmaß und Möglichkeiten der Nutzung von persönlichen Daten durch Dritte den meisten Nutzern kaum bewusst.

Im Gespräch mit Kristina Schröder erläuterte Ibrahim Evsan, einer der erfolgreichsten deutschen Start-up-Unternehmer und Gründer der Video-Plattform "sevenload", seine Sicht auf diese Problematik. Er konstatiert eine Fixierung der Menschen auf die technischen Geräte und das Internet. Trotz der Gefahren appellierte er, in Deutschland noch viel stärker als bisher die technischen, wirtschaftlichen und persönlichen Möglichkeiten des Internets zu nutzen. Die digitale Welt entwickle sich rasant. Man dürfe nicht einfach zusehen, wie Know-how und Macht ausschließlich an die digitalen Supermächte in den USA abflössen. Wichtig sei dafür auch Medienkompetenz.

"Unsere wichtigste Aufgabe ist es, die Medienkompetenz des Einzelnen zu verbessern. Sie ist die Grundlage dafür, dass wir eigenverantwortlich bestimmen, welche Daten wir ins Netz geben wollen, und wie wir mit unseren Daten umgehen wollen", sagte Schröder.

Wiesbadener Kamingespräche - Veranstaltungen mit Tradition

Kristina Schröder führte mit der Veranstaltung die Reihe ihrer schon traditionellen "Wiesbadener Kamingespräche" auf Schloss Freudenberg fort - dieses Mal in Zusammenarbeit mit der CDU Wiesbaden. Der Einladung waren rund 70 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik Wiesbadens gefolgt. Sie diskutierten angeregt mit Evsan und Schröder, die als Bundesfamilienministerin auch für Jugendmedienschutz zuständig ist.

Weitere Informationen

  • Bericht beim Wiesbadener Tagblatt

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