11.07.2007 | Unterwegs
Kristina Köhler am 10. Juli zu Gast bei der Senioren-Union
Der Vorstand der SeniorenUnion Wiesbaden lud Kristina Köhler für den 10. Juli ein, über ihre Fachgebiete Islam und Islamismus zu referieren. In ihrer Rede berichtete sie über die Strategien der Islamisten, in der muslimischen Gemeinschaft eine Mehrheit zu erlangen. "Wenn ich von Islamismus spreche, meine ich nicht gleichzeitig den Islam als solchen. Nur ein geringer Teil der Muslime will die Scharia, das islamische Recht, über unsere demokratische Verfassung stellen. Die ersten Opfer der Islamisten sind daher die verfassungstreuen Muslime", betonte sie. Die anschließende sachliche Diskussion drehte sich um sog. Ehrenmorde, Zwangsehen, die Bedeutung christlicher Werte und der deutschen Sprache sowie um andere Fragen der Integration von Migranten.
Dabei stellte Köhler auch die Notwendigkeit heraus, klare Regeln für die Integration von Migranten und Muslime zu formulieren. Mit der Integrationsvereinbarung habe Wiesbaden als erste Kommune in Deutschland verbindlich definiert, welche Anforderungen jede Religionsgemeinschaft erfüllen muss, die in Deutschland leben will, und wie eine Kommune sie dabei unterstützen könne, sagte Köhler. Die ersten, die unterzeichnen würden, seien die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft islamischer Gemeinden in Wiesbaden (AIGW). Dabei legten sich alle Religionsgemeinschaften auf einen verfassungsgemäßen, einheitlichen Wertekanon fest. Dazu gehöre z. B., dass sich die Religionsgemeinschaften klar und deutlich von jeglicher religiös motivierter Gewalt zu distanzierten. Die Gemeinschaften verpflichteten ihre Mitglieder darauf und würden konkrete Maßnahmen für mehr Transparenz und Integration beschließen, sagte Köhler.
Sie hofft, die Wiesbadener Integrationsvereinbarung wird Vorbildcharakter für Hessen und ganz Deutschland haben.
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