Dr. Kristina Schröder

Direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Wiesbaden
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wiesbaden
Das Parlamentarische Patenschafts-Programm - Moritz Krug

Im Rahmen des aktuellen PPP betreut Kristina Schröder von September 2011 bis Juli 2012 Moritz Krug aus Wiesbaden. Moritz ist Schüler der Carl-von-Ossietzky-Schule. Er wohnt während seines USA-Aufenthaltes bei einer Gastfamilie in Elyra, Ohio, besucht dort eine weiterführende Schule und berichtet hier über seine Erlebnisse und Eindrücke in den USA. Weitere Informationen zu Moritz Krug finden Sie auch in der entsprechenden Pressemitteilung vom 29. August 2011.

September 2011: Everything is bigger in the USA

Ich schreibe nun zum ersten Mal aus den USA: Es ist einfach fantastisch hier!

Ich hatte einen sehr langen und anstrengenden Flug, bei dem aber alles gut gegangen ist. Auch die Einreise hat kein Problem dargestellt.

Meine Gastfamilie ist großartig: sehr nett, lustig und mit genau den gleichen Interessen wie meine. Meine Gastgroßeltern sind ebenfalls sehr nett und natürlich typisch amerikanisch!

Meine Schule hat noch nicht angefangen, da heute Tag der Arbeit, also "labor day", ist. Außerdem wird die Schule gerade saniert und ist noch nicht fertiggestellt. Ich konnte sie aber schon besichtigen: Sie ist gigantisch groß und sehr schön!

Ich habe also noch eine ganze Woche Zeit, mich an Land und Leute, das Essen, welches einfach nur großartig ist, die Sprache und die Zeitumstellung zu gewöhnen.

Bis jetzt habe ich bereits viel erlebt: Ich war im Cleveland-Zoo, der im Vergleich zu anderen klein sein soll. Ich kann allerdings nur das Gegenteil behaupten! Dann war ich zum Einkaufen in der "mall" in "Downtown Cleveland" und im Wallmart: Ein unbeschreibliches Erlebnis! Ich habe zusammen mit meiner Gastfamilie schon gegrillt und wir waren abends im Autokino.

Der Satz "Everything is bigger in the USA." trifft definitiv zu. Mir gefällt es hier sehr!

Moritz

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September 2011

Jetzt hat schon die zweite Schulwoche in Elyra, Ohio, begonnen. Die Schule ist vollkommen anders als in Deutschland, aber genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. Die größten Unterschiede sind zum Beispiel, dass man jeden Tag zur selben Zeit dieselben Fächer hat, und dass es keine langen Pausen, sondern nur 6- Minuten Pausen zwischen den 45-minütigen Schulstunden gibt. Außerdem ist jeder Raum mit einem Smartboard ausgestattet, mit dem das Arbeiten viel einfacher ist, und über das der Direktor öfter Ansprachen hält. Die Fächer sind alle sehr interessant und zum Glück kommt zumindest der Stoff in Mathe dem in Deutschland gleich.

In der Schule habe ich auch schon Anschluss und bereits einige Freunde gefunden, mit denen ich beim täglichen Lunch zusammensitze. Auch mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich super, auch wenn sich jetzt allmählich der Alltag einstellt. Wir haben zusammen schon Verschiedenes unternommen. So waren wir zum Beispiel letztes Wochenende auf einer nahegelegenen Insel. Auf der Fahrt dorthin entstand auch das Bild mit meinem kleinen Gastbruder Gabriel. Gestern nahmen wir an einem Treffen mit anderen Austauschschülern des PPP aus der Umgebung teil.

Mein Englisch wird von Tag zu Tag besser, auch wenn ich noch nicht alles verstehe, weil die meisten Jugendlichen hier einen "Slang" sprechen und Vieles abkürzen.

Viele Grüße
Moritz Krug

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Oktober 2011: Alltag mit Highlights in Ohio

Mein zweiter Monat in den USA neigt sich nun dem Ende entgegen und hier laufen die Vorbereitungen für Halloween auf Hochtouren. In den Schulalltag habe ich mich jetzt vollkommen eingelebt: Ich habe Freunde gefunden und komme auch im Unterricht, welcher keine Probleme darstellt, bestens mit. Die Schule hier macht zwar eindeutig mehr Spaß, ist aber nun nicht mehr so aufregend wie zu Beginn.

Auch mit meiner Gastfamilie läuft alles bestens, mein Gastvater hatte vor drei Tagen Geburtstag. Die Feier war eigentlich genau wie in Deutschland: im kleinen Kreis mit der Familie. Der einzige wirkliche Unterschied ist meiner Meinung nach, dass man hier nur selten auswärts essen geht. Meistens nimmt man das Essen mit nach Hause.

An diesem Wochenende findet in Elyra eine riesige Waffenshow statt, auf der meine Gastfamilie dauerhaft vertreten ist, weil mein Gastvater an Waffen interessiert ist, und mein Gastbruder mit seiner Pfadfindergruppe Popcorn verkauft.

Ich verbringe die Wochenenden, speziell den Freitag- und Samstagabend meistens mit Freunden, während ich tagsüber bei der Familie bin. Der Sonntag ist der Familientag, an dem wir öfter in die Kirche und danach in ein Restaurant gehen. Dda hier alle Geschäfte sonntags geöffnet haben, eignet sich der Sonntag perfekt zum Einkaufen, was wir auch des Öfteren tun, weil kaum jemand unterwegs ist und der Supermarkt meistens relativ leer ist.

Mein erster Amerikanischer Ball liegt auch schon hinter mir, er war genau wie in Filmen abgesehen davon, dass es nicht so formal war, wie dort dargestellt.

Die Aufregung verfliegt langsam und wird vom Alltag abgelöst.

Viele Grüße
Moritz Krug

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November 2011: Geburtstag mit Wasserschlacht

Die Zeit hier vergeht wie im Flug. Ich habe sehr viel Spaß und erlebe eine Menge aufregender Dinge. Mein Geburtstag und Halloween waren fantastisch, auch wenn ich nicht im großen Kreis gefeiert und meine Familie und Freunde natürlich vermisst habe. Zu meinem Geburtstag war ich mit meiner Gastfamilie in einem riesigen Wasserpark, wo wir auch eine Nacht in dem gigantischen Hotelkomplex geschlafen haben, der an den Park angegliedert ist.

In der Schule läuft alles unverändert, ich komme mit allen meinen Fächern, den Lehrern und natürlich auch meinen Mitschüler bestens zurecht. Heute war ich bei einer "Zeremonie" bei der besonders guten Schüler eine Urkunde verliehen wird, um das Schulmotto: "striving for excellence" zu zelebrieren.

Einen Spitznahmen habe ich auch schon bekommen, meine Freunde nennen mich nur noch: "German-boy".
Morgen beginnen meine ersten Ferien, da Thanksgiving vor der Tür steht. Meine Gastfamilie ist schon in Vorbereitungen vertieft und auch ich bin schon ganz aufgeregt. Das Essen muss fantastisch sein und der gesamte Tag besteht offenbar nur aus essen, schlafen, Football gucken und mehr essen.

Eine andere interessante Neuigkeit ist, dass ich im Januar höchstwahrscheinlich einen Gastbruder aus Malaysia bekomme. Sein Name ist Tivander und er ist ein Jahr älter als ich.

Viele Grüße
Moritz Krug

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November 2011: Thanksgiving - ein einzigartiges Erlebnis

Nun da Thanksgiving vorbei ist, möchte ich noch mehr darüber erzählen. Es war ein einzigartiges Erlebnis und hat mir sehr viel Spaß bereitet, da ich meiner Gastfamilie näher gekommen bin und die ganze Familie kennen gelernt habe - aber natürlich auch wegen des Essens.

Thanksgiving wird von fast jeder Familie gefeiert. Die Kinder habe 3 Tage lang schulfrei und die Menschen reisen durch das ganze Land um gemeinsam mit ihren Familien zu feiern. Ich war mit meiner Gastfamilie bei deren Eltern in Elyra zusammen mit weiteren Verwandte und Freunden der Familie.

Am Morgen des Thanksgiving days habe ich zusammen mit meinem Gastbruder die Parade in New York geguckt, welche live übertragen wurde. Gegen Mittag sind wir dann zu meinen Gastgroßeltern gefahren. Auf dem Weg dorthin haben mir meine Gasteltern erklärt, warum Thanksgiving in dieser Art und Weise gefeiert wird.

Das Essen war großartig. Meine Gastgroßmutter war schon den ganzen Tag mit Kochen beschäftigt, weil der Truthahn schon um 5.30 Uhr in den Ofen musste. Den Truthahn hatte sie schon knapp drei Wochen vorher gekauft. Außer dem gefüllten Truthahn gab es Cranberry Gelee, Kartoffelbrei, grüne Bohnen, spezielles Brot und einen Gemüseauflauf. Das Essen war unglaublich lecker und hat sehr satt gemacht, so dass die ganze Familie nach dem Essen einfach nur auf der Couch gelegen hat.

Viele Grüße
Moritz Krug

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Dezember 2011: Weihnachten in den USA ist besonders aufwändig

Der Dezember war für mich hier in den USA ein ganz besonderer Monat, denn mit den Vorbereitungen für Weihnachten wurde hier schon denkbar früh begonnen. Der Weihnachtsbaum, wenn auch in den meisten Familien aus Plastik, wurde schon am 26. November, also direkt nach Thanksgiving, aufgestellt und geschmückt. Danach begann das intensive "Weihnachtsshoppen".

Eine Woche bevor meine Winterferien endlich anfingen, bin ich mit meiner Gastfamilie für eine Woche nach New York City gefahren, eine atemberaubende Stadt besonders im Winter, wenn man an jeder Ecke Weihnachtsdekoration sieht und der riesige Weihnachtsbaum am Rockefeller Center steht.

Die Woche kurz vor den Weihnachtsferien war sehr schön, aber auch sehr stressig: Zum einen mussten einige lastminute Einkäufe getätigt, die Geschenke verpackt und ein Zeitplan für das Weihnachtsfest mit der ganzen Familie ausgearbeitet werden.

Dann hat es auch gar nicht mehr lange bis zum Heiligabend gedauert. Da dieser Tag hier kein richtiger Feiertag ist, musste meine Gastmutter leider arbeiten. Mein Gastvater, mein Gastbruder und ich fuhren also zu meiner "Gasttante", wo es Truthahn zu essen gab und für die Kinder schon eine kleine Bescherung.

Die eigentliche Bescherung findet hier aber am nächsten Morgen statt. Zu dieser waren dann auch alle anwesend und hatten viel Spaß beim gegenseitigen Beschenken.

Zu essen gab es am Weihnachtsmorgen ein typisches amerikanisches Frühstück, danach aßen wir dann mit den Großeltern zu Mittag.

Alles in allem war das Weihnachtsfest hier in Ohio sehr schön, auch wenn ich meine Familie in Deutschland vermisst habe.

Viele Grüße
Moritz Krug

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Januar 2012: Von Shows und Bällen

In der Schule läuft alles sehr gut, mein Englisch wird von Tag zu Tag besser, während meine Deutschkenntnisse dahin schwinden. Hier gab es bereits Zeugnisse, beziehungsweise "reportcards" die zu den Eltern nach Hause geschickt werden. Die Schule stellt für mich kein Problem dar, da sogar meine schwersten Kurse auf normalem deutschem Niveau sind.

Seit Kurzem ist auch mein Gastbruder aus Malaysia hier, der heute seinen ersten Schultag hatte und genau wie ich sehr begeistert war. Mit meiner Gastfamilie läuft auch alles bestens. Auch, wenn ich aufgrund der Ankunft meines Gastbruders das Zimmer gewechselt habe. Mit ihm verstehe ich mich sehr gut. Er ist noch ein wenig schüchtern, was ich aber gut nachvollziehen kann.

An einem Wochenende war ich mit meinem Gastvater und Gastgroßvater - beide begeisterte Motorradfahrer - auf einer "Motorcycle show", also einer Motorrad-Messe. Mir hat es sehr gut gefallen, obwohl ich nicht behaupten kann, besonders vertraut mit Motorrädern zu sein. Die Messe war in einer riesigen Halle, die so groß war, dass sogar ein Riesenrad permanent installiert war. Es gab auch eine Stunt Show und trotz allem war nur ein Viertel der Halle beansprucht.

Hier steht als nächstes der Winterball an, für den ich auch schon Tickets gekauft habe. Es ist ein riesiges Event und die ganze Schule ist schon aufgeregt und in Vorbereitungen vertieft. Auch ich muss anfangen, mir über meine Garderobe Sorgen zu machen.

Viele Grüße

Moritz Krug

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Februar 2012: Schwerwiegende Ereignisse überschatten den Februar in Ohio

Und schon wieder ist ein Monat vorbei. Jetzt sind es tatsächlich nur noch dreieinhalb Monate bis zu meinem Rückflug nach Deutschland. Meine Familie, meine Freunde in Deutschland und ganz speziell meine Mutter können es kaum noch erwarten. Ich fange schon an, mir Gedanken zu machen, wie es wird, wenn ich wieder zu Hause bin. Natürlich freue ich mich schon, aber ich weiß auch, dass ich Alles hier vermissen werde.

Der Monat Februar war bis vor einigen Tagen relativ ereignislos. Aber davon gleich mehr. Ich hatte eine gute Zeit mit meiner Familie und meinem neuen Gastbruder, von dem ich sehr viel über sein Heimatland und Asien generell gelernt habe. Auch in der Schule läuft alles bestens. Mein größtes Problem ist im Moment herauszufinden, was ich für die 11. bzw. 12. Klasse in Deutschland benötige, damit ich mich schon einmal darauf vorbereiten kann. Ich hoffe sehr, dass ich in den Sommerferien den Stoff, den ich hier nicht hatte, nachholen kann.

Nun ja, zurück zu den Ereignissen, die ich bereits angedeutet habe, und die hier alle sehr mitgenommen und tief bewegt haben: Vor fünf Tagen gab es eine Schießerei bzw. einen Amoklauf in einer Schule ungefähr eine Stunde von hier entfernt. Dabei starben zwei Jugendliche: einer augenblicklich, der andere erlag seinen Verletzungen am gleichen Abend. Auch, wenn weder ich noch einer meiner Freunde eines der Opfer oder jemanden aus der Schule kannten, war es doch ein großer Schock und hat uns alle sehr ergriffen.

Einen Tag später kam es zu einem Autounfall in meiner Stadt, bei dem ein Mädchen aus meiner Schule starb. Sowohl Schüler als auch Lehrer waren sehr traurig. Ich kannte sie zwar nicht, aber meine Freunde sind alle sehr mitgenommen.
Abgesehen von diesen Geschehnissen geht es mir gut.

Liebe Grüße

Moritz Krug

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März 2012: Frohe Ostertage in Ohio

Der März verlief im Großen und Ganzen ereignislos. Sowohl mit der Schule als auch mit meiner Gastfamilie lief alles bestens. Wir hatten für die Region unglaublich gutes Wetter: im März waren es durchschnittlich 25° Celsius, weshalb wir des öfteren grillten, Zoo-Besuche machten und generell oft draußen waren.

Ostern kam näher und näher, weshalb ich natürlich meine Familie zuhause und das gemeinsame Osterfest vermisste. Aber Ostern sollte auch hier ein Erlebniss werden. Bereits eine Woche vorher begannen die Vorbereitungen: Wir begannen Eier zu färben und Süßigkeiten in bunte Kunststoffeier zu verpacken, die dann versteckt wurden. Das ist wahrscheinlich schon der größte Unterscheid zwischen Ostern in Ohio und zuhause.

Am Karfreitag waren wir mit der ganzen Familie bei einem Eishockeyspiel - sozusagen als Ausgleich für das ruhige Wochenende. Am Ostersamstag musste meine Gastmutter arbeiten und mein Gastbruder aus Malaysia ging in einen hinduistischen Tempel. Deshalb fuhr ich mit meinem Gastvater und meinem kleinen Gastbruder zu meiner Gasttante, wo sich die ganze Familie traf, es viel zu essen gab und die erste Ostereiersuche stattfand.

Am nächsten Morgen gingen wir alle in die Kirche zur Ostermesse und danach zu Freunden der Familie, wo es eine weitere Eiersuche und ein riesiges Osteressen gab: einen traditionellen Schweinebraten, frittierten Truthahn, frittierten Brokkoli, Süßkartoffelauflauf, grüne Bohnen, Teigtaschen und vieles mehr. Es war unglaublich lecker, aber nach dem Essen waren alle sehr müde und haben den ganzen Tag nur noch Filme geguckt und geschlafen.

Derzeit habe ich Frühlingsferien und genieße die Freizeit sehr. Ich verstehe mich mit meinem Gastbruder sehr gut und wir unternehmen viel miteinander.

Ich hoffe auch Ihnen geht es gut!

Viele Grüße

Moritz Krug

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