14.04.2008 | Pressemitteilungen
Scharfe Kritik am Islamischen Kulturverein Kostheim
Mit scharfen Worten verurteilte die innenpolitische Islamismus-Berichterstatterin der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Kristina Köhler (Wiesbaden), den wiederholten Auftritt des umstrittenen Berliner Predigers Abdul-Adhim Kamouss (alias ’Abdul-’Adhim Abu ’Abdir-Rahman) beim Islamischen Kulturverein Kostheim. Um Ausgleich bemüht zeigte sich Stefan Spallek, der integrationspolitische Sprecher der CDU in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung.
Köhler: "Das ist keine Bagatelle. Die salafitischen Prediger, zu denen Experten auch Abdul-Adhim zählen, gehören zum Gefährlichsten, was der Islamismus in Deutschland zu bieten hat." Scharf kritisierte Köhler deshalb die Ankündigung des Kostheimer Vereinsvorsitzenden, Said Nasris, Abdul-Adhim Kamouss erneut einladen zu wollen." Das wäre nicht akzeptabel. Damit legt Said Nasri die Axt an die Pfeiler der Integrationsvereinbarung."
Köhler verwies auf die Webseite Abdul-Adhims, die die Islam-Expertin Claudia Dantschke bereits gegenüber dem Wiesbadener Kurier angeführt hatte. "Dort finden Sie unter anderem die deutschen Übersetzungen extremistischer saudischer Texte", so Köhler. "In einem wird etwa erläutert, dass die Strafe für Ehebruch die Steinigung bis zum Tode ist, dass eine Ehefrau das Haus nicht ohne das Einverständnis ihres Mannes verlassen darf, aber auch, dass jemand, der den Islam verlässt, getötet werden müsse." Köhler: "Das ist Scharia à la Saudi-Arabien pur. Das hat in Kostheim nichts zu suchen."
Um Ausgleich bemüht zeigte sich Stefan Spallek: "Der Islamische Kulturverein darf das Vertrauen, das wir nach wie vor in ihn haben, nicht aufs Spiel setzen. Wir leisten gemeinsam in Wiesbaden eine erfolgreiche und beispielhafte Integrationsarbeit. Diese darf durch solche Einladungen nicht gefährdet werden."
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Gabi Heintz am 23.05.2008: (3974 Zeichen)
Sehr geehrte Frau Köhler,
beim Thema Islam / Islamismus bin ich immer ein wenig ratlos...
So sehr ich Ihre entschiedenen Äußerungen begrüße ("Scharf kritisierte Köhler deshalb die Ankündigung des Kostheimer Vereinsvorsitzenden, Said Nasris, Abdul-Adhim Kamouss erneut einladen zu wollen. 'Das wäre nicht akzeptabel. Damit legt Said Nasri die Axt an die Pfeiler der Integrationsvereinbarung.' "), kann ich doch nicht aufhören, darüber nachzugrübeln, ob es tatsächlich besser für uns, für Deutschland, für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ist, wenn Vorsitzende islamischer Vereine keine Redner wie Abdul-Adhim Kamouss mehr einladen.
Ist das Hauptproblem nicht die Tatsache, daß die Ansichten dieses islamistischen Fanatikers offenbar für hörens- und verbreitenswert erachtet werden? Wäre es für uns wirklich besser, wenn islamische Vereine ihre diesbezüglichen Ansichten verhehlten?
Es wird immer, hier von Herrn Spallek, behauptet, daß die Integration so gut voranschreite. Nach welchen Kriterien wird das beurteilt?
Für mich liegt der wichtigste Punkt echter Integration darin, daß diejenigen Muslime, die sich als integriert, europäisch und tolerant - also "aufgeklärt" bezeichnen, eine in der Öffentlichkeit wahrnehmbare Stimme haben müßten. Ich wünschte mir, daß Muslime auf die Straße gehen, wenn Selbstmordattentate begangen oder vorbereitet werden, wenn sich "Ehren-"-Mörder auf den Islam berufen; wenn Künstler, Journalisten und Karikaturisten um ihr Leben bangen müssen oder gar vor laufenden Kameras ermordet werden. Daß sie das öffentlich, laut und deutlich als Verfälschung und Mißbrauch ihrer Religion bezeichnen.
Bislang sehe ich immer nur Demonstrationen von Muslimen, die GEGEN Kritik an diesen Mißständen gerichtet ist.
Wenn es gut integrierte Moslems gibt, also solche, die sich tatsächlich mit unserer Vorstellung von Pluralismus und Toleranz identifizieren und nicht nur notgedrungen abfinden, dann finde ich, daß sie hörbar und sichtbar für die Aufklärung im bzw. die Reformation des Islam werben müssen. Daß sie öffentlich die historische Einordnung derjenigen Suren und Hadithen fordern, die zum Haß auf und zur Gewalt gegen"Ungläubige" und Juden sowie zur Unterdrückung der Frau aufrufen, damit sie für zeitbedingt und veraltet, also nicht mehr gültig erklärt werden.
Gleichzeitig müssen diese aufgeklärten Muslime die Abwendung von der Taqiyya fordern, damit überhaupt jemand diese Reform, diese Aufklärung im Islam für ehrlich gemeint halten kann.
Bevor diese Bedingungen nicht erfüllt sind, halte ich "Islamkonferenzen" für sinnlos.
Und wenn unser durchaus hoch verehrter Innenminister in der FAZ auf die Frage nach der Taqiyya und der Glaubwürdigkeit der muslimischen Verhandlungspartner bei der Islamkonferenz antwortet (aus dem Gedächtnis zitiert), "Muslimische Gelehrte haben mir gesagt, daß die Erlaubnis zur Lüge und Täuschung eine Legende sei", obwohl die Art des Vorwurfs andere Mittel des Beweises nahegelegt hätte als ausgerechnet die Zeugenaussage der Beschuldigten, dann kann ich nur hoffen, daß er so etwas nur deshalb von sich gegeben hat, weil er dem politischen Gegner keine unnötige Angriffsfläche bieten will. Was ich bisher von ihm gehört habe, läßt mich zuversichtlich hoffen, daß seine Klugheit nicht an dieser Äußerung gemessen werden darf.
Als Beweis dafür, daß meine Besorgnisse durchaus nicht "islamophobe Unterstellungen" sind, erlaube ich mir, Sie auf den Artikel von Prof. Bassam Tibi aufmerksam zu machen, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt (er bezieht sich auf das Sprechen mit "gespaltener Zunge" gegenüber dem Dschihad, das er bei europäischen Muslimen nach den Anschlägen von Madrid beklagte).
http://www.dietagespost.com/archiv/titel_anzeige.asp?ID=8454
Mit freundlichen Grüßen,
Gabi Heintz
Was ist gewonnen, wenn