03.08.2006 | Pressemitteilungen
Extremismus-Skandal bei Sabine Christiansen.
Die innenpolitische Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Extremismus, Kristina Köhler fordert die Moderatorin Sabine Christiansen auf, sich klar und eindeutig von ihrer Zustimmung zu den Äußerungen eines Studiogastes während der letzten ARD-Sendung "Sabine Christiansen" zu distanzieren. Christiansen hatte dort die Unterstützung der vom Verfassungsschutz wegen ihrer extremistischen, "maoistisch-stalinistischen" Orientierung beobachteten MLPD gut geheißen und ihren "Respekt" davor geäußert.
Der Streit entzündete sich an Christiansens Publikumsgast Michael May. Dieser hatte nach eigenen Angaben sein Millionenerbe an die MLPD gespendet, was Christiansen in ihrer Sendung mit "Respekt" goutierte. Dabei schien ihr in der Vorbereitung zur Sendung entgangen zu sein, dass die MLPD im aktuellen Bericht des Bundesverfassungsschutzes als "maoistisch-stalinistisch" orientierte linksextremistische Gruppierung beschrieben wird, bei der die Ausprägung "Hochstalinistischer Denk- und Handlungsmuster immer deutlicher werde" ( vgl. Bundesverfassungsschutzbericht 2005, S. 179f). Dabei verheimliche nach öffentlich zugänglichen Er-kenntnissen des Nordrhein-Westfälischen Verfassungsschutzes die MLPD nicht einmal ihren Wunsch nach einem bewaffneten Aufstand auf Deutschlands Straßen. So soll sich laut MLPD "die Arbeiterklasse unter Führung ihrer Partei zum bewaffneten Aufstand erheben, den bürgerlichen Staatsapparat zerschlagen, die Diktatur des Proletariats errichten und gegen die Konterrevolution verteidigen" (vgl. Verfassungsschutzbericht NRW 2005, S. 103). Trotz dieses Hintergrundes konnte May in der Sendung von Christiansen unwidersprochen verkünden: "Die Marxistisch-Leninistischen Partei, der ich gespendet habe, ist seit langem eine Partei, die solche Kämpfe unterstützt und jeder der die Absicht hat solche Kämpfe zu führen ist bei der MLPD mit Rat gut bedient" (Quelle).
"Frau Christiansen schreibt über sich selber auf ihrer Homepage, sie sei eine Frau, die Klartext rede und für eine aktive Bürgergesellschaft plädiere. Stattdessen hofiert sie in ihrer Sendung Extremisten, die nur eines im Sinn haben: Diesen Staat und seine Gesellschaft zu Gunsten einer linken Diktatur abzuschaffen," so Köhler. "Wer wird als nächstes hofiert? Ein Neonazi der für die NPD gespendet hat?"
Köhler erinnerte Frau Christiansen und die ARD daran, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung einzustehen hat, und keine Plattform für extremistisches Gedankengut bilden kann und darf. "Ausrutscher können immer passieren", so Köhler. "Aber dann erwarte ich in der Nachbereitung auf solch eine Sendung, dass man aus freien Stücken zu seinen Fehlern steht." Sie wiederholte ihre Forderung: "Frau Christiansen muss sich sowohl von der linksextremistischen MLPD als auch von ihren Aussagen während der Sendung eindeutig und klar distanzieren."
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Bislang 11 Leserbriefe
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Matthias am 03.08.2006: (222 Zeichen)
Sehr gute Pressemitteilung!
Der Auftritt der "roten Heidi" eine Woche zuvor war mE allerdings an Geschmacklosigkeit selbst durch diesen wirren May nicht mehr zu überbieten! Weiter möchte ich mich dazu nicht auslassen.
Klaus am 04.08.2006: (451 Zeichen)
Na wenn die MLPD so schlimm ist, dann verbietet sie doch.
Wie geht nicht? Dann soll auch frei über sie berichtet werden können.
Politischer Maulkorb von der Union fürs Fernsehen, das gibts nicht. Wenn ihr aber Zensur einführen wollt und die Demokratie beenden wollt, dann wird der Bürger so mit den Regierenden verfahren, wie es ihm das GG erlaubt.
Das sagt jemand, der die MPLD für ihre Inhalte verachtet, aber überzeugter Demokrat ist.
Rudi Ratlos am 04.08.2006: (545 Zeichen)
Nur mal so als Tip:
Die MLPD ist eine legale, an Wahlen teilnehmende Partei. Somit zählt die Mitarbeit in dieser Partei oder Spenden an sie, egal, was man nun von ihr halten mag,
genau jene "Teilnahme an der aktiven
Bürgergesellschaft“ , die Frau Köhler anmahnt.
Daß die CDU Probleme mit einer freie Bürgergesellschaft hat und Parteien, die ihr politisch gefährlich werden könnten, als "undemokratisch" verteufelt, ist allerdings keine so neue Erkenntnis. Da steht Frau Köhler trotz ihrer Jugend in einer langen Tradition....
Sven Zörner am 04.08.2006: (1577 Zeichen)
Liebe Kristina,
(als Mainzer quasi ex-Komilitone,wenn auch anderes Fach, erlaube ich mir das flapsige Du einfach mal). Sicher ist die MLPD eine Partei die aus gutem Grund vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Dennoch ist das leider eine typische Sommerlochspressemitteilung, die ich eher aus den reihen der CSU Hinterbänkler erwartet habe und nicht von einer CDU-Bundestagsabgeordneten aus meiner Generation und von meiner Uni. Ich dachte wir hätten was dazu gelernt.
Fernsehen ist Fernsehen. Und wenn eine Moderatorin "Respekt" sagt wenn einer ein Millionenerbe an eine Partei gestiftet hat, dann ist das eine flapsige, mit etwas ungläubigkeit angefütterte Bemerkung, die Unterstreicht, daß es heute ungewöhnlich oder aussergewöhnlich ist soviel Geld für die eigene Überzeugung zu spenden.
Die Überzeugung (die in diesem Fall tatsächlich fragwürdig ist) wird mit der Bemerkung Respekt NICHT gewertet.
Die Plattform gibtst Du Herrn May indem Du etwas völlig irrelevantes durch deine Pressemiteilung in den Medien im Sommerloch hochkochst. Das das ÖR Fernsehen, der Meinungsvielfalt verpflichtet ist und daher auch einer zu Wahlen zugelassenen Partei angemessenen Raum zu bieten hat dürfte Dir auch völlig klar sein. Und wenn man sich die Sendeminuten von CDU, SPD unter anderen grösseren Parteien anschaut, so dürften diese paar Sekunden May/MLPD durchaus dem Proporz angemessen sein.
Bitte bitte keine solchen Sommerloch-Albernheiten mehr in Zukunft, sonst verliere ich den Respekt vor Dir, liebe Kristina.
herzliche Grüsse
Sven Zörner
Michael am 04.08.2006: (596 Zeichen)
Zitat:
+++ Die innenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Extremismus, Kristina Köhler hat die Noch-ARD-Moderatorin Sabine Christiansen aufgefordert, sich von ihrer Zustimmung zu den Äußerungen eines Studiogastes während der letzten ARD-Sendung von "Sabine Christiansen" am Sonntag zu distanzieren. Christiansen hatte dort den Angaben zufolge die Unterstützung der vom Verfassungsschutz wegen ihrer extremistischen, "maoistisch-stalinistischen" Orientierung beobachteten MLPD gut geheißen und ihren "Respekt" davor geäußert. Die ARD nahm bislang keine Stellung. +++
J. Jonas am 07.08.2006: (928 Zeichen)
Lieber Klaus, lieber Herr Ratlos,
das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat auch die Aufgabe aufzuklären. Wenn ein NPD'ler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auftritt (passiert ja i.d.R. nicht), dann erwarte ich auch, dass er mit kritischen Fragen konfrontiert und nicht gehätschelt wird. Genauso hätte ich von einer Frau Christiansen erwartet, dass sie Herrn May mit den Parolen der MLPD konfrontiert (Straßenkampf etc.) und nicht das Gefühl erweckt, es handle sich hierbei um eine harmlose "Arbeiter-"Partei. Es geht hier nicht um Zensur, sondern um Aufklärung.
Die Demokratie wird nicht dadurch angegriffen, dass man ihre Gegner mit ihren eigenen antidemokratischen Aussagen konfrontiert, sondern dadurch, dass man diese Leute unwidersprochen gewähren läßt. Kein Maulkorb - das hat niemand gefordert (lesen!) - sondern Information. Insofern ist die PM von Frau Köhler m.E. völlig richtig.
MfG, J. Jonas
Samuel Wilderspin am 08.08.2006: (1035 Zeichen)
Verehrte Frau Köhler,
eine Lapalie, eine Lapalie zumal:
- eben das letzte Wölkchen aus der Zigarre vom Maximo Leader steigt
- es eine Arbeiterklasse im klassischen Sinn nicht mehr gibt
- es der MLPD seit einiger Zeit an finanzieller Unterstützung aus der DDR und einer bayrischen Brauererei gebricht
- Sabine Christiansen zunächst ihrer eigenen Firma verpflichtet ist. Im übrigen gab es in der Vergangenheit schon unterhaltsameren und ironischeren Quatsch in der Glotze, z.B. Schüsse mit der Wasserpistole auf Rainer Barzel, Ringkämpfe von Schlingensief...
- das Showbiz Sabines Bahnhof längst zu Grabe getragen hat
- der MLPD das ideologische Grundwasser spätestens abhanden kam, als Franz Beckenbauer bemerkte: "Im Grunde sind wir alle ja Sozialdemokraten"...
Interessanter wäre eine Mitteilung darüber gewesen, wie Frau Merkel das Schlüsselbein von Jürgen Klinsmann geschmeckt hat, oder eine Liste, wer zur Islam-Konferenz im Herbst eingeladen ist. Zum Beispiel.
Freundliche Grüße,
Samuel Wilderspin
Mario am 08.08.2006: (594 Zeichen)
Ich finde es gut das es Menschen gibt die sich auf die Seite der Arbeiter stellen und für unsere Rechte und Freiheiten kämpfen. Von unserer Volksfeindlichen Regierung kann man sowas doch nicht erwarten. Außerdem was will denn die CDU/ CSU mit ihrere Antikommunistischen Hetze erreichen?! Die MLPD ist eine zugelassene Partei! Außerdem finde ich es eine Frechheit die MLPD mit der NPD zu vergleichen. Die Faschisten haben zu Hitlers Zeiten Tausende Arbeiter umgebracht und die MLPD ist eine Arbeiterpartei. Die sich in übrigen für das Verbot aller Faschistischen Organisationen einsetzt.
Jörg Weidemann am 11.08.2006: (821 Zeichen)
Werte Frau Köhler,
ich hätte eigentlich gedacht, dass die CDU sich beim Thema Parteienspenden die nächsten 20 - 30 Jahre nicht mehr zu Wort meldet. Wenn Ex-Kanzler Kohl seinen Spendensumpf einmal offenlegt, würde Frau Christansen sicher auch sagen "Respekt".
Woche für Woche müssen wir uns die stereotypen CDU-Standpunkte bei Frau Christiansen anhören. Und jetzt spricht einmal (1x) jemand von der MLPD und sie bekommen gleich eine Panikattacke? Übrigens unter folgendem Link passend kommentiert.
http://www.rfnews.de/rfnews/aktuell/MLPD/article_html/News_Item.2006-08-07.1949
Da kann es mit ihrer demokratischen Einstellung nicht weit her sein? Frau Christiansen ist im übrigen selbstbewusst genug, sich nicht von Ihnen in besserwisserisch maßregeln zu lassen - gut so.
Robert Müller am 17.08.2006: (570 Zeichen)
nur eine ergänzende Anmerlkung zum Thema CDU und Spenden und der Stellung von Frau Köhler dazu:
Aus Begeisterung über Helmut Kohls Politik für die deutsche Einheit ist Kristina Köhler 1991 mit 14 Jahren in die Junge Union eingetreten. Und noch heute bewundert sie die staatmännische Klugheit, mit der Helmut Kohl damals diese einmalige historische Chance ergriff. Daher freute sie sich ganz besonders, als der Altkanzler sie im Wahlkampf 2005 bei einer Kundgebung in Wiesbaden unterstützte.
nachzulesen auf dieser Homepage.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Klaus-Herbert.Becker am 07.09.2006: (464 Zeichen)
Sehr geehrte Frau Köhler,
ich begrüße Ihre Initiative, habe leider erst jetzt hiervon erfahren.
Ich meide die Sonntag-Abend-Sendung von Frau Christiansen schon seit langer Zeit, weil mir ihre belehrende, die Gäste teiweise
verletzenden Art sowie ihre Überheblichkeit nicht zusagt.
Frau Christiansen kann sich bei ihrer indirekten Unterstützung der
MLPD nicht auf Unwissenheit berufen.
Hat sie sich eigentlich entschuldigt?
Klaus-H.Becker -7.09.2006-