26.01.2009 | Reden / Stellungnahmen

Demonstration für Kloster Mor Gabriel

Am 25. Januar 2009 demonstrierten mehrere Tausend Menschen in Berlin für den Erhalt des 1600 Jahre alten christlichen Klosters „Mor Gabriel“ im Südosten Anatoliens. Das Kloster sieht sich Anfeindungen und Gerichtsverfahren umliegender kurdischer Dörfer ausgesetzt. So gehe die Staatsanwaltschaft laut Zeitungsberichten in einem Ermittlungsverfahren sogar der absurden Beschwerde nach, beim Bau des Klosters im Jahr 397 sei eine Moschee zerstört worden – also mehrere hundert Jahre vor der Entstehung des Islam. Dazu erklärte Kristina Köhler, innenpolitische Berichterstatterin der CDU/CSU für Religionsgemeinschaften:

„Wir werden sehr genau beobachten, was dort in der Südosttürkei passiert. Das Kloster Mor Gabriel ist das geistige Zentrum der aramäisch sprechenden christlichen Minderheit in der Türkei und eines der ältesten Klöster der Christenheit. Die Türkei muss ihrer Pflicht zum Schutz der verbliebenen christlichen Minderheit gerecht werden. Der Umgang der Türkei mit der christlichen Minderheit, ebenso im Übrigen wie mit den Aleviten, ist der Lackmustest für die Religionsfreiheit in der Türkei. Bis heute hat sie diesen Test nicht bestanden.

Ich vermisse auch eine Stellungnahme der hiesigen türkischen Gemeinden zu diesem Vorgang. Ich fordere die türkisch-islamischen Organisationen auf, mit uns gemeinsam für die Religionsfreiheit in der Türkei einzutreten.

Das Problem hat aber noch eine viel größere Dimension. Christenverfolgung ist heute eines der zentralen Menschenrechtsprobleme, vor allem in kommunistischen – insbesondere Nordkorea – und islamischen Staaten, insbesondere in Saudi-Arabien und im Iran. Weltweit sind heute mehr als 90 Prozent der aus religiösen Gründen Verfolgten und Ermordeten Christen. Wir reden hier von über 200 Millionen Menschen im Jahr 2008!

Leider hören wir dazu kaum ein Wort von den Organisationen und Parteien, die sich sonst immer gerne als Vertreter der Unterdrückten verstehen.“

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Bislang 4 Leserbriefe

Die Redaktion weist darauf hin, dass der Inhalt der Leserbriefe die Ansicht der Einsender wiedergibt, die nicht unbedingt mit der Meinung Kristina Schröders oder der Redaktion übereinstimmt.

  • LEa FAal am 26.01.2009: (678 Zeichen)

    Es hat mich erfreut, wie sie die Lage in der Türkei richtig erkannt haben. Hier setzen sich die Deutschen fdafür ein, dass es demn Türken gut geht: Sie bekommen Moscheen gewilligt und es werden Ihnen sogar gesondert Friedhöfe zur Verfügung gestellt. Aber wir Aramäer dürfen weder unsere aramäische Sprache und Schrift unterrichten, geschweige denn christlichen Religionsunterricht erteilen. Schade, dass man keine Gerechtigkeit schaffen kann. Den Türken geht es in Deutschland so gut. Wieso darf es den Aramäern in ihrer Heimat nicht gutgehen?? Ich appeliere an die deutsche Regierung,den Türken nicht zuviel ISLAM in einem noch christlichen Deutschland zu erlauben.
  • Johann Roumee am 31.01.2009: (642 Zeichen)

    Sehr geehrte Frau Köhler, vielen Dank für Ihren Einsatz für das syrisch-orthodoxe Kloster der Aramäer/Assyrer in Süd-Ost Anatolien. Bitte vergessen Sie dabei nicht die Unterdrückung, Ermordung und Vertreibung der Assyrer auch im Irak. Was dort stattfindet, ist ein schleichender Genozid. Mehrere Hunderttausend Assyrer mussten in den letzten 5 Jahren ihre angestammte Heimat verlassen und leben als Flüchtlinge in den Nachbarstaaten wie Syrien und Jordanien. Die Assyrer im Irak brauchen eine Art Schutzzone oder Autonomie, damit sie als indegenes Volk des Irak überleben können. Wie können Sie und Ihre Partei dazu beitragen?
  • Sait Demir am 31.01.2009: (2638 Zeichen)

    Sehr geehrte Frau Bundestagsabgeordnete Frau Köhler, wir möchten Sie beglückwünschen für die Haltung gegenüber der Türkischen Regierung in der Angelegenheit zur Demonstration wegen des Klosters von Mor Gabriel. Diese wird von den Behörden der Türkischen Regierung und von Kurdischen Klanführer die als Handlanger der Türksichen Regierung in der Region fungieren, sehr stark unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Also diese systematische ethenische Säuberung wird seit mehreren Hunterjahren praktiziert und ausgeführt. Das ist eine Situation, die die Assyrische Bevölkerung seit dem Einmarsch des Islams in die Region unserer Ahnen sich nieder gelassen hat. Ich möchte Sie bitte auch den Völkermord von 1915 das wir im Assyrischen "Seyfo" nennen und bedeutet Schwert, weil über 500.000 unschuldige Menschen der Assyrischen Bevölkerung Opfer geworden sind und mehr als 250.000 Frauen wurden verschleppt. Diese wurde unter Zwang verheiratet und sind zum Islam Konvertieert. Diesen Schicksal erleiden unsere Brüder und Schwester heute noch im Irak. Sie haben sich für die Etablierung eines eigenen Staates in der Niniveh-Ebene, die mehrheitlich von Assyrern verschiedener Konfessionen christlichen Glaubens bewohnt wird. Meine Bitte setzen Sie sich noch mehr für den Schutz der Assyrischen Bevölkerung im Irak, Türkei und Syrien ein und unterstützen Sie und die Fraktion der Christlich Demokratischen Union Deutschland im Bundestag die Forderung der Assyrer als legitime Bewohner dieser Siedlungsgebiete, die von den Arbern, Kurden und Türken besetzt wurde und bis heute von diesen Völkern besetzt wird. Sie sehen, das unsere Bevölkerung nicht freiwilig seine angestammte Heimat verlassen hat, sondern gezwungen wird dies zu verlassen. Wenn die westliche Welt sich nicht für die Christen im Nahen Osten einsetzt wer soll das tun. Es gibt leider keine Demokratischen Kräfte in den Ländern des Islams. Sie erleben es heute überall wo Moslems in Konflikten verwickelt sind, erhalten diese von allen Islamischen Ländern Unterstützung jeglicher Form. Was macht das christliche Westen, schaut weg über die Vorkommnisse in allen Ländern des Islams wo Christenverfolgung herrscht. Machen Sie sich bitte bewußt, dass es Bald in der Region wo das Christentum entstanden ist keine Christen mehr gibt. Geben Sie ihnen jede mögliche Unterstützung für ihren eigenen Schutz und zum Schutz der westlichen Kultur. Mit hochachtungsvollen Grüßen Sait Demir 2. Vorsitzender des Zentralverbandes der Assyrsichen Vereinigungen in Deutschland und Europäischen Sektionen e. V. (ZAVD) e. V.
  • Raif Toma am 02.02.2009: (1422 Zeichen)

    Liebe Frau Köhler, ich danke Ihnen für die deutlichen und mutigen Worte. Vor allem den Hinweis auf die Pflicht der Türkei zum Schutz der christlichen Minderheiten dort war sehr wichtig. Die Erinnerung an die muslimischen Gemeinden in Deutschland an ihre Pflichten ermutigt liberale Muslime zum Einssatz für Demokratie und Menschenrechte. Die aramäischsprechenden Assyrer in der Türkei, leben seit tausenden von Jahren auf ihren Ursiedlungsgebieten im Südosten der Türkei. Sie wurden zu Hunderttausenden aus ihrer Heimat vertrieben! Nun erwarten Sie den Schutz des Staates für ihr Leben, ihre Heiligtümer und Ihr Hab und Gut. Die Förderung der Rückkehrer in ihre Heimat im Tut Abdin muss von praktische Schritten er türkischen Regierung in Richtung finanzielle Unterstützung, Sicherheit und Menschenrechte begleitet werden. Hier ist auch die Unterstützung der EU unvermeidlich. Sie haben erneut durch Ihr Engagement bewiesen, wie Sie zu dem stehen, was Sie vertreten und dass Politik mit Überzeugung du Mut gemacht werden soll, damit die Menschen in Deutschland wieder Vertrauen in die Politik und Politiker gewinnen können. Ferner diese Menschen, die am 25.01.2009 demonstriert haben brauchen die Solidarität der deutschen Politiker damit über deren Probleme hier und in ihrer Urheimat nicht geschwiegen wird. Ihnen wünsche ich viele Erfolg und Gottessegen begleite Sie. Ihr Raif Toma

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