Neuigkeiten 
Starke Jugendliche – der beste Schutz und Hilfe aus der Suchtfalle // Kristina Schröder informiert sich über das Suchthilfezentrum Wiesbaden
· Wahlkreis Wiesbaden · Kinderbetreuung
Egal ob Alkoholmissbrauch, Computerspielsucht oder Rauschgiftkonsum: Je stärker Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit gefestigt sind, und je besser sie Drogen und Medien beurteilen können, desto weniger gefährdet sind sie vor einer Abhängigkeit. Wenn exzessives Verhalten vorliegt, sollten Betroffene und ihr gesamtes Umfeld in die Beratung und Therapie einbezogen werden. Darin waren sich Kristina Schröder, die Vertreter des Wiesbadener Suchthilfezentrums sowie die Wiesbadener Gesundheitsdezernentin Rose-Lore Scholz einig. Schröder wies bei ihrem Besuch auf das Projekt "Jugend stärken" des Bundesfamilienministeriums hin, bei dem ebenfalls die Stärkung der Persönlichkeit und Kompetenzen von Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Sie war bei ihrem Besuch der Einrichtung beeindruckt von der vielfältigen Arbeit und der erfolgreichen Kooperation des Suchthilfezentrums mit Schulen, Lehrern, Ärzten und Psychologen. "Dieses Netzwerk hat in ganz Hessen einen vorbildlichen Ruf", sagte Cetin Upcin, Leiter des Suchthilfezentrums.

Komatrinken, Cannabismissbrauch, Deoschnüffeln oder exzessiver Medienkonsum sind die am meisten verbreiteten Suchtweisen bei Jugendlichen – auch in Wiesbaden. Das Suchthilfezentrum betreut seit 1998 Drogenabhängige in Wiesbaden. Es wird vom Frankfurter Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e. V. getragen, der der katholischen Kirche angehört. Das Suchthilfezentrum führt zahlreiche Kampagnen durch – auch mit Bundesmitteln. So betreut es zum Beispiel Jugendliche, die wegen exzessiven Alkoholtrinkens in die Klinik eingeliefert werden, und ihre Angehörigen. Die Jugendlichen, die aus allen Gesellschaftsschichten stammen, würden vor allem aus Langeweile und um sich zu messen exzessiv Alkohol trinken. Das Zentrum versucht auch, Jugendliche, die zum ersten Mal wegen des Konsums illegaler Drogen wie Cannabis auffällig werden, zu erreichen. Denn gerade die Erstkonsumenten wissen zu wenig über die Gefahren des Drogenkonsums und kennen kaum Beratungsstellen. Ihnen will sich das Zentrum bekannter machen. Außerdem wird Ihnen geholfen, selbst zu entscheiden, ihr Verhalten zu ändern und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, erklärte Thomas Abel, Leiter der Jugendprojekte. Gerade durch die frühe Ansprache mit dem bundesweiten Projekt FreD (Frühintervention bei erstauffälligem Drogenkonsum) würde das Zentrum die Jugendlichen drei Jahre früher in ihrem Abhängigkeitsverhalten erreichen.
Upcin warnte vor allem vor dem immer stärker verbreiteten Missbrauch von Cannabis. Heute würden Cannabis-Sorten konsumiert, die drei – bis viermal mehr Rauschsubstanz THC (Tetrahydrocannabinol) enthielten als früher. Die psychischen Folgeschäden seien viel gravierender und könnten schneller chronisch verlaufen.

Daneben klärt das Zentrum auch über Gefahren sogenannter Verhaltenssüchte auf und zeigt Wege aus der Abhängigkeit. Dazu zählen auch die Internet- und Computerspielsucht. Hier stehen vor allem die Aufklärung und Sensibilisierung von Eltern und Pädagogen im Vordergrund, die durch Fortbildungsveranstaltungen für den exzessiven Medienkonsum der Kinder sensibilisiert werden sollen. Fast alle Jugendlichen, die abhängig von Computerspielen seien, wären geistig sehr leistungsfähig, weil sie sonst die komplexen Spiele nicht bewältigen könnten, sagte Katharina Hellenbart, die zuständige Mitarbeiterin. Kristina Schröder erklärte, dass zukünftig exzessiver Medienkonsum und PC-Spielsucht noch stärker als bisher im Fokus des Bundesfamilienministeriums stehen würden,
Die Arbeit der insgesamt 19 Mitarbeiter des Suchthilfezentrums in Wiesbaden unterstützen mehrere ehrenamtliche Helfer. Ohne sie wäre es dem Zentrum nicht immer möglich, Abhängigen auf dem langen und schwierigen Weg aus der Sucht zu helfen. Das Suchthilfezentrum würde sich freuen, wenn es weitere Hilfe durch Ehrenamtliche bekommen würde, sagte Upcin zum Abschluss.







