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Rente mit 67 ein Muss oder versteckte Rentenkürzung?
Am Nikolaustag 2006 sollte nicht nur die Veranstaltung der IG Bau zur Rente mit 67 stattfinden, sondern der DGB hatte Kristina Köhler auch zu einer informellen Diskussion mit Gewerkschaftsvertretern verschiedener Einzelgewerkschaften in die Geschäftsstelle des DGB Wiesbadens eingeladen. Über eine Stunde wurde intensiv über die Themen Rente und Gesundheitsreform diskutiert. Für Köhler ist die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre unausweichlich. Angesichts durchschnittlich steigender Lebenserwartung und Fitness im Alter sowie zunehmender Zuschüsse von Haushaltsmitteln in die Rentenkassen bleibe der Politik nichts anderes übrig, als in dieser Richtung zu handeln, so Köhler. Für sie gibt es vier "Rädchen", an der die Rentenpolitik drehen könne: Eine Anhebung des Beitragssatzes, ständige "Nullrunden" für die Rentner – beides nicht dauerhaft zumutbar, Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und Erhöhung des Renteneintrittsalters. Während zusätzliche Arbeitsplätze Beiträge in die Rentenkasse einfließen lassen würden, müsse allen klar sein, dass daraus auch Rentenansprüche entstünden. Die Vorteile würden also keinen "Reingewinn" darstellen. Die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters hätte aber zwei "reine" Vorteile: Die Arbeitnehmer würde länger in die Rentenkasse einzahlen, somit die Dividende erhöhen, und die Dauer des Rentenbezuges würde verringert.

Dem Gewerkschaftsargument, alle Kaptaleinkünfte in die Beitragssätze einfließen zu lassen, stünden ebenfalls höhere Rentenansprüche gegenüber. Für Köhler ist das kein Allheilmittel für die Rentenkasse.
Köhler sieht wie die Gewerkschaftsfunktionäre, dass die Politik mehr Anreize für Arbeitgeber schaffen muss, ältere Menschen länger im Arbeitsleben zu lassen. Gleichzeitig sieht sie die Verantwortung der Arbeitgeber, und hofft, dass der zu erwartende Mangel an Fachkräften älteren Arbeitnehmern zugute kommt. Sie gab zu bedenken, dass die Politik hier nur Weichen setzen könne.







