Dr. Kristina Schröder

Direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Wiesbaden
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Aktuelles
Rede im Plenum

· Reden und Stellungnahmen

Am 22. März 2007 debattierte der Deutsche Bundestag über das Thema Rassismus. In ihrer kontroversen Rede stellte Kristina Köhler für die CDU/CSU fest, dass entgegen den Behauptungen der anderen Parteien der Rechtsextremismus keine - auch keine heimliche - Mehrheit in Deutschland habe. Zum anderen warnte Kristina Köhler davor, das Problem des wachsenden deutschenfeindlichen Rassismus weiter zu ignorieren.

Mitschrift

Kristina Köhler (Wiesbaden) (CDU/CSU):
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich sollte man meinen, dass es nichts Einfacheres gibt, als einen Antrag gegen rassistische Diskriminierung zu verfassen. Denn welcher vernünftige Mensch zweifelt auch nur eine einzige Sekunde daran, dass keine ethnische Gruppe auf dieser Welt einer anderen überlegen ist? Die Ethnie macht aus uns keinen guten oder bösen Menschen, sie macht uns nicht besonders schlau, besonders gefährlich oder was auch immer. Dies steht vollkommen außer Diskussion.
Gerade weil diese Frage so eindeutig ist, sind und bleiben mir die Anträge der Linksfraktion ein ewiges Mysterium.

Sevim Dağdelen (DIE LINKE): Wenn Sie mir versprechen, dass Sie hier einem Antrag zustimmen, erkläre ich es Ihnen!

Wie gelingt es Ihnen immer wieder, selbst solche einfachen Anträge in den Sand zu setzen?
Ich bin Ihnen in einem anderen Sinne wiederum dankbar. Denn damit geben Sie mir die Möglichkeit, klar aufzuzeigen, wo die Unterschiede zwischen unseren Parteien in den Konzepten zur Rassismus- und Extremismusbekämpfung liegen.
Ich möchte das an zwei Punkten festmachen:
Erstens. Wir haben offensichtlich unterschiedliche Vorstellungen darüber, wo der Rechtsextremismus und wo der Rassismus beginnen.
Zweitens. Wir wollen jeglichen Rassismus bekämpfen, Sie nur den, der Ihnen ins Weltbild passt.

Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Carl-Ludwig Thiele (FDP)
Widerspruch bei der LINKEN

Frau Kollegin Dağdelen, Sie haben sich eben wieder auf diese fragwürdigen Studien von Heitmeyer und die der beiden Leipziger Medizinpsychologen berufen. Wenn deren Ergebnisse stimmen, dann wären in der Tat die Hälfte bzw. zwei Drittel der Deutschen ein Volk von fremdenfeindlichen, antisemitischen und islamophoben latenten Rechtsextremisten.
Ich rate jedem, der diese Zahlen verwendet, sich diese Studien und vor allen Dingen die Methodik dieser Studien einmal anzuschauen. Da gibt es etwa die Frage, ob man folgender Aussage zustimmt:
Was unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzten deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.
Wer von Ihnen dem jetzt innerlich zustimmt, hat soeben nach Ansicht der Verfasser dieser Studie eine rechtsextreme Einstellung gezeigt.

Reinhard Grindel (CDU/CSU): So ist es!

Jeder, der gegen den Irakkrieg war, hätte hier schon seine Probleme.
Ein weiteres Beispiel. Dem Rassismus wird ebenfalls zugerechnet, wer folgender Aussage zustimmt:
Aussiedler sollten besser gestellt werden als Ausländer, da sie deutscher Abstammung sind.
Dieser Aussage zuzustimmen, ist kein Rassismus. Das ist deutsche Gesetzeslage, die aus unserem Grundgesetz abgeleitet ist.

Beifall bei der CDU/CSU
Sevim Dağdelen (DIE LINKE): Das ist Rassismus!
Dr. Anton Hofreiter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Damit haben Sie gezeigt, dass Sie nicht kapiert haben, was Rassismus ist! Das ist peinlich! Schämen Sie sich!

Wenn Sie der Frage, ob der Islam eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht hat, nicht zustimmen, dann sind Sie islamfeindlich und damit auch schon ziemlich rechtsextremistisch.
Mich würde einmal interessieren, wie man in diesem Hohen Hause reagieren würde, wenn in dem Gesprächsleitfaden für Neubürger die Frage gestanden hätte: "Stimmen Sie zu, dass die Deutschen eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht haben?" Daran sehen Sie, dass Sie mit der Heitmeyer-Studie und der Leipziger Studie niemanden beeindrucken können, der diese Studien gelesen hat.
Fakt ist: Rechtsextremismus und Rassismus sind große und ernstzunehmende Gefahren für die Menschen in unserem Land. Fakt ist aber auch das wird von vielen seriösen Studien bestätigt , dass die Rechtsextremisten eine Minderheit in Deutschland darstellen. Diese Rassisten vertreten eben nicht den Volkswillen, was immer das sein soll. Das behaupten die Rechtsextremisten aber gerne und stützen sich dabei auf genau diese fragwürdigen Studien, auf die auch Sie sich stützen. Genauso gefährlich wie die Verharmlosung der Zahl der Rechtsextremisten ist deshalb auch ihre künstliche Überhöhung.

Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP

Die Rechtsextremisten sind eine gefährliche Minderheit, die die Axt an die Wurzeln unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung legen. Sie haben in Deutschland aber keine Mehrheit, auch keine heimliche. Es ist schäbig und dumm, aus politischen Gründen einen anderen Eindruck erwecken zu wollen.

Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP

Kommen wir zu einem anderen Unterschied. Wir wollen jeglichen Rassismus bekämpfen, und zwar unabhängig von der Ethnie des Täters. Das ist bei Ihnen nicht der Fall. Wenn man sich Ihren Antrag vor allem die Begründung durchliest, stellt man fest, dass die Frage des Rassismus in Deutschland hier allein auf die Konstellation "Täter Deutscher, Opfer Migrant" heruntergebrochen wird.

Sevim Dağdelen (DIE LINKE): Das stimmt gar nicht!

Gehen Sie einmal auf die Straße, und machen Sie beide Augen auf. Sie werden sehen, dass dies nicht die einzige Konstellation ist, in der rassistische Gewalt verübt wird. Ich weiß, dass dies ein sensibles Thema ist und dass dieses Thema missbraucht werden kann. Ich weiß, dass es Gewalttaten von rechtsextremistischen Rassisten gibt und dass jede eine zu viel ist. Das darf uns aber nicht davon abhalten, endlich auch den zunehmend gewalttätiger werdenden deutschenfeindlichen Rassismus anzusprechen und auch dagegen vorzugehen; denn diesen Rassismus weiter zu ignorieren, heißt, Wasser auf die Mühlen der Rechtsextremisten zu schütten.

Beifall bei der CDU/CSU

Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Frau Kollegin, möchten Sie eine Zwischenfrage von Frau Dağdelen zulassen?

Kristina Köhler (Wiesbaden) (CDU/CSU):
Ja.

Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt:
Bitte schön.

Hartwig Fischer (Göttingen) (CDU/CSU): Das Weltbild verändert sich sowieso nicht mehr!

Sevim Dağdelen (DIE LINKE): Welches? Das von Frau Köhler oder von mir?

Sevim Dağdelen (DIE LINKE):
Vielen Dank für die Zulassung der Zwischenfrage, Frau Köhler.
Die Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit einhergehender Intoleranz hat festgestellt, dass es bei Rassismus nicht nur um Rechtsextremismus geht. Der Rassismus ist ein sehr weit verbreitetes Phänomen. Der Begriff schließt auch die Ausgrenzung von Menschen ein, die bestimmten Normen nicht entsprechen, die zum Beispiel bestimmten Leistungsnormen oder dem Mainstream in unserer Gesellschaft nicht entsprechen, die zum Beispiel obdachlos sind. Da Sie über die Begrifflichkeiten "Rassismus", "Rechtsextremismus" und "Weltbild" streiten möchten, möchte ich Sie als Mitglied der Regierungskoalition fragen: Was tun Sie gegen den Rassismus? 2001 wurde eine Selbstverpflichtung unterzeichnet. Jetzt haben wir 2007. Was tun Sie konkret gegen Rassismus?

Kristina Köhler (Wiesbaden) (CDU/CSU):
Frau Kollegin Dağdelen, ich freue mich zunächst einmal, dass Sie mir darin zustimmen, dass Rassismus von jeder Ethnie ausgehen kann und in Deutschland von jeder Ethnie verübt wird und jede Gruppe Opfer und Täter sein kann.

Sevim Dağdelen (DIE LINKE): Das steht auch im Antrag!

Nein. Es wäre ja schön, wenn das so in Ihrem Antrag stünde. In der Begründung Ihres Antrags werden Migrantinnen und Migranten aber ausschließlich als Opfer bezeichnet. Sie brechen den Sachverhalt auf diese Konstellation und auf diese Definition von Rassismus herunter. Ich wäre sehr froh gewesen, wenn ich in Ihrem Antrag ein einziges Mal die Erkenntnis gelesen hätte, dass es zunehmend auch einen deutschenfeindlichen Rassismus gibt. Ich habe das in der Begründung nicht gefunden. Vielleicht können Sie mir das ja zeigen. Ich glaube aber nicht, dass Sie mir das zeigen können.

Dr. Axel Troost (DIE LINKE): Im ersten Absatz!

Vielleicht wollen Sie meinen Ausführungen nicht zuhören, oder Sie halten sie von vornherein für problematisch. Vielleicht hören Sie aber auf die Erfahrungen einer Schülerpraktikantin der Amadeu-Antonio-Stiftung, die eine Plattform gegen Rechtsextremismus betreibt. Ein junges Mädchen, das sich selbst als links bezeichnet, schreibt dort in ihrem Erfahrungsbericht - er ist im Internet veröffentlicht ist; Sie können ihn nachlesen - :
Leider entwickelt sich bei mir in der Umgebung (im Süden Berlins) der Trend, dass Rassismus auch und vor allem von einer Reihe Jugendlicher türkischer Herkunft ausgeht. So wurde vor kurzem eine sehr gute Freundin von mir auf Grund ihrer blonden Haare als "deutsche Kartoffel" bezeichnet, ihr auf dem Schulweg aufgelauert und umringt von mehreren Personen wurde ihr ins Gesicht geschlagen.
Mit sich reden ließen diese Jugendlichen nicht. Daran sieht man unter anderem mal wieder, dass Rassisten nicht allzu viel im Kopf haben.
Meine Damen und Herren, ich verrate Ihnen sicherlich kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, dass linke Gruppen dieses Mädchen anschließend als Rassistin beschimpft haben. Ich verrate Ihnen aber auch kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, dass die CDU/CSU und die Bundesregierung auch gegen diese Form des Rassismus vorgehen werden.

Beifall bei der CDU/CSU
Sevim Dagdelen (DIE LINKE): Sie reden am Thema vorbei!

Die Bundesregierung hat angekündigt, dass der Entwurf für einen nationalen Aktionsplan gegen Rassismus im ersten Halbjahr 2007 vorgelegt werden soll. Wir gehen davon aus, dass rassistische Diskriminierung dort vollumfänglich angesprochen werden wird. Zentrale Elemente dieses Aktionsplans wurden bereits umgesetzt, etwa das neue Programm "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Der Innenminister hat zu Recht wiederholt erklärt, dass es der Kombination verschiedener Maßnahmen bedarf, um den Extremismus und den Rassismus zu bekämpfen, vor allem aber der Stärkung der Zivilgesellschaft und der Zivilcourage. Die CDU/CSU wird den Innenminister dabei mit voller Kraft unterstützen.

Beifall bei der CDU/CSU

Kommentare

  • Conny A. Meier

    Sehr geehrte Frau Köhler,
    ich gratuliere Ihnen von Herzen zu dieser gelungenen Rede. Es ist in der Tat sehr hilfreich, dass vereinzelt mutige Frauen wie Sie die Tatsache thematisieren, dass Rassim us nicht nur aus Fremdenfeidlichkeit und somit im rechtsextremen Spektrum aufzufinden ist. Besonders manche unserer mohammedanischen Kulturbereicherer beweisen uns dies täglich aufs Neue.
    Wenn schon Lehrer an unseren öffentlichen Schulen zunehmend Probleme haben, ihren Schülern aus islamischem Kulturkreis die deutsche Geschichte mit Shoa, Antisemitismus und Totalitarismus so nahezubringen, dass eine innerliche Reflektion derselben stattfindet, so läuft etwas Grundsätzliches schief.
    Danke, dass sie öffentlich ausgedrückt haben, was freiheitsliebende und weltoffene Menschen in der Mehrzahl denken. Rassismuskritik ist kein Monopol der Linken und längst nicht alle Rassisten sind Nazis. Auch Islamismuskritik ist Rassismuskritik.
    Es sind verantwortungsvolle PolitikerInnen wie Sie, die einem Mut machen.
    Mit den besten Wünschen
    Conny Axel Meier, Publizist

    am 02.04.2007 geschrieben

  • Flechsig

    Sehr verehrte Frau Köhler, Ihre Bundestagsrede ist sehr gut und notwendig.
    Beste Grüße R. Flechsig, Wilhelmshaven

    am 11.04.2007 geschrieben

  • R. Sattler

    Sehr geehrte Frau Köhler
    Sie haben in Ihrer Rede ein Thema angesprochen, das nicht länger verschwiegen werden kann. Ich selbst stamme aus einer kleinen Kreisstadt im Süden Baden-Württembergs, die ebenfalls einen ralativ hohen Migrantenanteil aufweist; wobei die meisten Migranten türkischer Herkunft sind.
    In der Zeit, in der ich in dieser Stadt lebe, musste ich ebenfalls schon öfter die Erfahrung machen, wie gering manche Migranten türkischer Herkunft unsere Kultur und unsere Traditionen schätzen. Auch ich wurde bereits auf offener Straße angepöbelt.
    Ohne jetzt in das rechtsradikale Spektrum gestellt werden zu wollen, muss ich jetzt sagen dürfen, dass es doch durchaus zutreffend ist, dass viele in Deutschland lebende Türken auch in der 2. oder 3. Generation noch nicht in der Lage sind sich hier zu integrieren, sich in unserem Verhalten an unsere Werte und Vorstellungen anzupassen und unsere Sprache zu lernen.
    Ich selbst bin stolz darauf ein Deutscher zu sein. Es macht mich stolz Menschen wie Goethe, Kant oder Beethoven zu meinem Geschichtskreis zählen zu dürfen. Es macht mich stolz, dass wir nach wie vor zu den innovativsten und wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt zählen und es macht mich stolz, dass die Menschen aus Ostdeutschland es geschafft haben mit friedlichen Mitteln eine sozialistische Diktatur zu beseitigen.
    Was ich nun von jedem Migraten, der hier sein Leben leben will, erwarten können sollte, ist, dass er vor den Leistungen des deutschen Volks zumindest Respekt bezeugt, wie es sich für einen Gast gebührt.
    Was sich nun jeder von uns klarmachen sollte (und das gilt v.a. für Leute, die der Ansicht sind Politiker wie Claudia Roth oder Hans-Christian Ströbele wären das Steuergeld wert, mit dem sie finanziert werden) sind folgende zu beobachtende Tatsachen:
    -Es gibt bereits eine ganze Reihe von Schulen, auf denen Deutsche in der Minderheit sind und aufgrund ihrer Abstammung diskriminiert werden ("Schweinefleischfresser", "Schlampen"), und zwar nicht nur verbal.
    -Die schulischen Leistungen von Türken oder Arabern sind im Vergleich zu ihren deutschen Mitschülern unterdurchschnittlich schlecht. Dies ist kein Rassismus, sondern beruht viel eher auf der Tatsache, dass hier keine Motivation besteht.
    -Es mangelt oftmals am Integrationswillen, da die deutsche Kultur als minderwertig betrachtet wird.
    Was wir brauchen ist ein gesunder Nationalstolz, wie ihn z.B. die USA oder Frankreich haben und v.a. die Einsicht, dass unsere Werte und Traditionen eine LEITKULTUR für sämtliche Migranten darstellen sollten. Jeder, der nicht bereit ist, diese zu respektieren, sollte in diesem Land nicht zu suchen haben.

    am 16.06.2007 geschrieben

  • Dieter Weiß

    Sehr geehte Frau Köhler,
    es war dringend notwendig, dass in der Debatte über den Rassismus endlich auch das Problem des wachsenden deutschenfeindlichen Rassismus angesprochen wurde. Ich würde sc hon von einer antideutschen Hetze sprechen, die von einigen Mirgranten (signifikant aus dem islamischen Kulturkreis) betrieben wird. Dass die Linke das nicht für erwähnenswert hält, liegt wohl eher an deren ebenfalls antideutschen Haltung. Vielen Dank für diese Rede!

    am 17.06.2007 geschrieben

  • Schreiber

    Bundestagsreden wie diese greifen zu hoch für einfache Sachverhalte:
    Weder sind die türkischstämmigen deutschen Jugendlichen "Rassisten" noch sind die extremistischen deutschstämmigen Jugendliche n "Rassisten". Richtig ist vielmehr, daß sie alle Erzeugnisse ihrer Zeit sind, nämlich der Politik zur Zeit ihrer Eltern und derer Eltern. Jene stammen aus einer zwangssäkularisierten einstigen Theokratie, diese stammen aus einer liberalisierten einstigen Monarchie, die in Bruderkrieg und bolschewisierter Demokratie untergegangen ist. Kurz und bündig: Europa im Umbruch, sodaß die Seelen der Menschen dem Tempo nicht mehr hinterhereilen können. Generation nach Generation muß an sich selbst etwas erleben, was sie später schmerzhaft nachfühlt, in der Reproduktion der Vergangenheit als Protest in der Gegenwart.
    Ohne die generationalen Zeitläufe zu sehen, nur den aktuellen Moment zu betrachten, fährt das Urteil über die Zeitphänomene in die geistige Sackgasse hinein.
    Das Weltbild der Partei Die Linke sortiert solche Zeitphänomene genauso aus, wie sich der generöse Weitblick einer prinzipiell feindbildlosen idealen Gesellschaft im Leeren verirrt. Beide sind extrem, die Linke moralisch masochistisch verblendet, die CDU himmelhochjauchzend illusorisch.
    Der Anfang zur Einsicht ist für die Linke mit der wissenschaftlich qualifizierten Rede von Frau Köhler gemacht. Die Grenzen der Hoffnung sind für die CDU mit der realen Existenz von Religionen gemacht, die nicht zur Privatisierung da sind, sondern zur Wahrung ihrer Identitäten. In Deutschland muß das Christentum nicht nur Leitkultur bleiben, sondern Erziehungswirkung haben - jedoch nicht zur "Toleranz" einer quasi neophythischen Kultur !

    am 25.10.2007 geschrieben

  • Hajo Seidemann

    Guten Tag Frau Köhler,
    Vor ein paar Monaten wurde ich von einem Türken als Scheiss Deutscher beschimpft, noch dazu von einem den ich nicht mal kannte, weil ich so dreist war unter seiner persöh nlichen Brücke mit dem Fahrrad langzufahren. Ich nehme an es war seine Brücke und es störte ihn nur das ich seinen besitz so frech unterfuhr, den Rassismus kann ihn ja nicht motiviert haben, diesen aufrechten, grundguten, stolzen und modernen Recken der Neuzeit während ich dumpfer, deutscher und niederträchtiger und gewaltbereiter Rassist "Was für ein Spinner" dachte. Seine Frau/Freundin lief übrigens die vorschriftsmässigen drei Schritte abstand hinterher und sah nur gefrustet aus, aber sicherlich nicht weil ihr Mann sich benimmt wie er es tut sondern weil ich böses dachte und sie es wusste, denn: Ich bin deutscher. Ich bin schlecht.
    Danke für ihre Rede, den diese Probleme werden ja gerne unter den Tisch gekehrt während der angebliche deutsche "latente" Rassimus immer lang und breit getreten wird, von den immer gleichen Gutmenschen. Die von ihnen angesprochenen umfragen sind typisch für die gerissenen Fragestellungen, und methoden von Leuten die doch immer nur das Böse im Deutschen feststellen wollen, um dann zu sagen: "Wusst ich es doch! Wir sind schlecht! Oh Welt! Hass uns doch so sehr, wie wir es schon lange tun!"

    am 25.10.2007 geschrieben

  • Cetin Senol


    am 05.11.2007 geschrieben

  • Michael

    @ Hajo
    Guter Beitrag!
    Berlin: Ein 50-köpfiger Lynchmob hetzt ein Deutsches Pärchen durch den islamisch dominierten "Problembezirk", und skandiert volksverhetztende Deutschenhaß-Parolen; das s cheint aber hierzulande keinen weiter zu interessieren ...
    Oder verhindert eine pseudolinke Meinungsmafia eine NOT-WENDIGE Debatte?
    Wg. "wachsendem deutschenfeindlichen Rassismus",
    FOCUS zum Thema:
    » Migranten-Gewalt
    Täglicher Terror auf Berlins Straßen
    ...
    „Wir bringen euch um, ihr deutschen Drecksschweine! Das ist unser Bezirk, verpisst euch!“
    ...
    50 junge Männer „türkischer Nationalität“, die vor dem Supermarkt tobten, zählte die Polizei.
    Es herrschte Lynchstimmung.
    Die Beamten hörten, wie aus der Menge gerufen wurde:
    „Ihr lebt nicht mehr lange, wir schlitzen euch deutsche Schweine auf!“
    ... «
    http://www.focus.de/panorama/welt/migrantengewalt_aid_125798.html
    ___
    @ MdB Kristina Köhler:
    Phylax, Wächter -
    nannten die alten Griechen die unverzichtbaren, hellwachen Leute,
    die nach präziser Beobachtung der Lage ihren Mitmenschen aufziehende Gefahren frühzeitig meldeten.
    Danke für Ihre klaren Worte.

    am 07.11.2007 geschrieben

  • Müller

    Vielen Dank für diese mehr als wahren Worte, Frau Köhler!
    Ich kann Sie nur bestärken gerade diese Art der Fremdenfeindlichkeit weiter auf die Tagesordnung zu bringen bzw. dort zu lassen und anzu klagen.
    Das Problem beginnt erst groß zu werden - dies zeigt vor allem auch der Vorfall in der Münchener U-Bahn vor wenigen Tagen.

    am 24.12.2007 geschrieben

  • Peter Fischer

    Sehr geehrte Frau Köhler,
    zuerst einmal meinen aufrichtigen Dank und volle Anerkennung für Ihre Rede zum Problem des Rassismus, insbesondere des endlich einmal erwähnten Rassismus aus Kreisen (n icht nur) jugendlicher Ausländer. Dieses Problem besteht latent, seit Jahren und es muß hier gehandelt werden, denn es ist nicht 5 vor, sondern bereits 5 nach 12!
    Als Polizeibeamter in einem Stadtteil mit hohem, namentlich türkischem Ausländeranteil kann ich aus 25 Jahren Dienst auf der Straße hier sicherlich mitreden. In den letzten Jahren ist dieses Problem, begünstigt von massenhaft politisch korrekt frisierten Statistiken und krampfhafter Vermeidung der Erwähnung des "Migrationshintergrundes" der meisten Gewalttäter, geradezu explosionsartig angewachsen - und mit hauptverantwortlich dafür sind Medien aller Kolleur, die nicht müde werden, weiterhin die Multikulti-Träumereien einer 68er-Clique zu füttern, die politisch auf jede nur denkbare Weise versagt und mit ihrer "politischen Arbeit" dieser großen Nation in den letzten Jahrzehnten unvorstellbaren Schaden zugefügt hat. Wenn dieses Land nicht endlich aufwacht, wird unsere freiheitliche Demokratie in Chaos, Gewalt und bürgerkriegsähnlichen Zuständen untergehen, dessen bin ich sicher. Diese Nation, die wir Deutschland nennen, hat eine Identität - wir müssen uns darüber klar werden, dass diese Identität, begründet auf christlich-abendländischen Werten und einer schwer und hart erkämpften Demokratie, nicht wandelbar sein darf - wer hier leben möchte, hat sich in diese Kultur und Identität einzufügen, einen anderen Weg gibt es langfristig nicht, ohne unsere gesamte, gewachsene Lebensweise und Werteordnung aufzugeben (auch wenn die politische Linke genau das will und auf diesem Weg bereits weit fortgeschritten ist). Ihre Rede war ein Beitrag dazu, Tabus endlich zu brechen, die dringendst gebrochen werden müssen und den Knebel der verordneten linken Meinungsdiktatur loszuwerden. Dafür herzlichen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen und Ihnen persönlich ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2008
    P. Fischer (NRW)

    am 30.12.2007 geschrieben

  • Frank Rupert

    Sehr geehrte Frau Köhler,
    ich bin seit über 8 Jahren als Freiberufler in der Familienhilfe tätig, und gebe seit etwa 10 Jahren regelmäßig Kurse an Schulen und für verschiedene Bildungsträge r, in den Bereichen der Konfliktberatung, Gewaltprävention und Selbstbehauptung.
    In all diesen Jahren hatte ich teil sehr intensiven Kontakt zu vielen hundert Menschen verschiedenster Nationalitäten und Weltanschauungen.
    Naturgemäß habe ich aufgrund meiner Rolle prägend auf viele von ihnen eingewirkt. Humanistische Werte und eigenverantwortliches Handeln standen dabei immer im Mittelpunkt.
    Rassismus war für mich nie ein Thema- auch nicht vor 20 Jahren, als ich mich noch in linken Kreisen bewegte. Möglicherweise, weil ich eine bestimmte, humanistische geprägte Grundhaltung als Selbstverständlichkeit ansah. Allerdings wurde dieses Thema in jüngster Zeit immer mehr in meine Arbeit hineingetragen.
    Über die Jahre hat sich meine Haltung gegenüber dem linken Spektrum grundsätzlich verändert: Die anklagende Opferhaltung, welch der linken Denkweise anhaftet, die Ablehnung von Eigenverantwortung, die gewaltige Kluft zwischen Anspruch und Realität, sowie die Bereitschaft zur Wahrheitsbeugung, wenn aktuelles Geschehen nicht mit der eigenen Ideologie übereinstimmt, empfand ich immer als verstörend. Als dies ließ mich schon als junger Mensch zu dem Schluß kommen, dass auf politischem Wege keine echten Veränderungen zu erreichen seien.
    An Stelle dessen setzte ich die selbst- verantwortliche Arbeit im eigene Wirkungskreis, also das Lösen von Problemen die vor der Nase liegen.
    In letzter Zeit aber werden die Szenarien immer bedrohlicher, die Reaktionen von politischer Seite jedoch immer absurder. Immer deutlicher zeichnet sich ab, wie sehr \"linke Denker\", angefangen bei der SPD, über die sog. GRÜNEN bis hin zu PDS und DIE LINKE in einem Ausmaß die Wahrheit beugen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte.
    Gleichzeitig stelle ich in meiner Arbeit seit einigen Jahren fest, dass besonders junge Männer, und hier wiederum besonders junge Männer mit muslimischem Hintergrund, immer mehr verrohen. Die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt- nicht nur bei den weniger Gebildeten. Rassismus und Nationalismus sind ein ständiges Thema, \"Du Jude!\", ist ein gängiges Schimpfwort in den Schulen. Ausgestoßen nicht von deutschen Schülern, wie \"man\" vieleicht vermuten könnte, sondern von Kindern/Jugendlichen muslimischer Herkunft.
    Oft reicht ein Wort, um die vermeintliche Legitimation zu gewaltsamen Übergriffen zu haben.
    Eine krude Mischung aus Nationalismus und Religion liefert hier oft die Begründung für die Abwertung und Verurteilung anderer.
    Im Gegensatz zur Aussage anderer, sehe ich die Problematik nicht darin, dass sich Migranten der 3./4. Generation nicht integrieren können: Tatsächlich sind viele aus der 2.ten Generation besser integriert als die nun Heranwachsenden. Vielmehr erscheint es oft so, als würden sie sich selbst aus der Integration zurückziehen: Wir erleben aktuell viele Mädchen die das Kopftuch wählen, und Brüder, welche darüber wachen. Dies bei Familien wo teilweise die Mütter noch gegen den Kopftuchzwang kämften. Leider wurden diese von links-grünen Multi-Kulti Ideologen sich selbst überlassen- dauerhaft der Bedrohung durch ein gewaltbereites patriarchales System preisgegeben.
    Aus meiner Sicht ist das, was aktuell geschieht, eine zunehmende Fundamentalisierung der muslimisch- stämmigen Bevölkerung.
    Geschähe vergleichbares z.B. seitens der Nationalsozialisten, wäre es ein Leichtes, dies als eine Form der Rekrutierung seitens einer faschistischen Ideologie zu identifizieren. Da dies aber unter dem Label der \"Religion\" geschieht, tun sich viele schwer, zu benennen was Sache ist.
    Nein, ich denke nicht, dass alle Muslime Faschisten sind, aber wie jede Religion mit Absolutheitsanspruch, enthält eben auch der Islam das Potential zum Totalitarismus. Was sich ja auch aktuell in über 40 islamischen Staaten beobachten läßt. Keiner einziger gewährt echte Religionsfreiheit.
    Die Lösung für dieses wachsende Problem kann mit Sicherheit nicht darin bestehen, eine Generalabsolution zu erteilen, und so weiterzumachen wie bisher.
    Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen danken, dass sie sich für den (noch?) gängigen Wertekanon einsetzen, welcher in teils blutigen Auseinandersetzungen von vielen europäischen Menschen der vergangenen Jahrhunderte erkämpft wurde.
    Das eben diese Werte wie etwa die Möglichkeit des freiheitlichen Denkens, der Toleranz, der Gleichberechtigung, (etc.) nun von vielen zur Disposition gestellt werden, ja sogar von manchen als \"Kulturimperialismus\" dargestellt werden, dies empört mich zutiefst.
    In den wenigen Stellungnahmen, in denen ich Sie bisher wahrgenommen habe, empfand ich sie immer als eine scharfe und klare Denkerin. In diesem Sinne möchte ich sie bitten, nicht nachzulassen, sich nicht von (partei-)politischen Notwendigkeiten verbiegen zu lassen und ihren nebelwerfenden Kritikern nicht nachzugeben.
    Mit besten Wünschen,
    Frank Rupert

    am 11.01.2008 geschrieben

  • G. Werner

    Sehr geehrte Frau Köhler,
    ich bitte Sie, auch nach der Wahl in Hessen in Ihrem Einsatz gegen Rassismus nicht nachzulassen. Entgegen allen Interpretationen dieses Wahlergebnisses - es gibt die schwei gende Mehrheit, die sich ein entschiedenes Eintreten gegen die Gewalt auf unseren Straßen wünscht!
    Grüße und für Ihre politische Arbeit weiter viel Erfolg
    G. Werner

    am 28.01.2008 geschrieben

  • Sebastian Wiesner

    Sehr geehrte Frau Köhler,
    "Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht" - Danke, dass Sie diesem gerecht werden. Viel zu lange wurde der politisch korrekte Mantel des Schweigens über die Thematik gelegt und dadurch alles noch viel schlimmer gemacht.
    Ich könnte Ihnen eine Vielzahl von Geschichten nennen, die mir persönlich passiert sind oder die ich indirekt über Bekannte mitbekommen habe - ich denke, das kann jeder deutsche Jugendliche, bzw. junge Erwachsene (übrigens auch viele Migranten).
    Ich möchte eines klarstellen: es handelt sich hier nicht um ein Problem mit ausländischen Jugendlichen, sondern um massive Probleme mit muslimischen Jugendlichen und Erwachsenen. Auch greif das oft erwähnte Argument der fehlenden Bildung nicht: neben den Muslims existieren viele weitere Gruppen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die sich seltsamerweise ohne Problem integriert haben. Ich denken nicht, dass die Muslime bei der Integrationsarbeit anders behandelt wurden.
    Die Zustände, die mittlerweile in allen deutschen Städten herrschen, sind eine Schande für dieses Land. Aber eine noch größere Schande ist, dass sehr viele Politiker, besonders aber auch die Medien, die wahren Gründe für diesen Wahnsinn immer noch leugnen. Es gibt sehr wohl deutschenfeindlichen Rassismus - und der wird mit jedem Tag schlimmer. [...]
    Ich bitte Sie Ihre Arbeit, auch wenn Sie sich tagtäglich Angriffen und Vorwürfen gegenüber sehen, fortzusetzen. Für die Freiheit dieses Landes, für die Zukunft Deutschlands. Ich bin sehr froh, dass es noch PolitikerInnen wie Sie gibt. Vielen Dank für Ihre Arbeit
    Florian

    am 08.03.2008 geschrieben

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