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Preis für Initiative Anti Ehrenmord
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz in Berlin hat die Wiesbadener Initiative „Anti Ehrenmord“ im Rahmen des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2005“ mit 1.000 Euro Preisgeld ausgezeichnet. „Wiesbaden hat damit wieder einmal gezeigt, dass es auf dem Gebiet der Integration von Migranten und der Bekämpfung von Extremismus und Gewalt bundesweit ganz vorne mitspielt“, freut sich die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler, die als Beiratsmitglied im Bündnis für Demokratie und Toleranz für die Bewerbung der Initiative gekämpft hat.
Initiative hilft Migrantinnen in Not
Die Initiative unter Federführung des Sozialdezernats Wiesbadens hat sich im Sommer 2005 nach dem Mord einer türkischstämmigen Wiesbadenerin durch ihren Bruder gegründet.
Laut Sozialdezernat hat die interkulturelle Jugendarbeit in Wiesbaden langjährige Tradition: „Deshalb sind wir sehr nahe bei den Betroffenen und ihrem facettenreichen Alltag. Der so genannte Ehrenmord an einer jungen türkischen Frau hat bei den Besucherinnen und Besuchern der Jugendeinrichtung ebenso wie bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern große Trauer und Betroffenheit ausgelöst. Aus der rasch geplanten Demonstration der Initiative hat sich die dauerhafte Arbeitsgruppe „Frauen und Migration“ entwickelt. Dass dies jetzt bundesweite Anerkennung findet, freut uns sehr."
Ziel der AG ist es, in Wiesbaden Hilfsangebote für Migrantinnen in Not zu vernetzen und zu optimieren. Darüber hinaus greift sie die Themen Zwangsverheiratung oder Schandenmorde in allen städtischen Mädchen- und Fraueneinrichtungen durch unterschiedlichste Projekte wie die Fachtagung „Mädchen, Frauen und Migration“ im April, Lesungen, Theater, Diskussionsforen oder Selbstverteidigungskurse auf.
Bündnis für Demokratie hat jetzt auch Islamismus im Blick
„Bisher hat sich das Bündnis für Demokratie vor allem auf Rechtsextremismus konzentriert. Mein Ziel ist es, auch den islamistischen Extremismus in das Blickfeld des Bündnisses zu rücken. Ich freue mich, dass es mir durch die Berücksichtigung des Wiesbadener Projektes schon in der ersten Sitzung gelungen ist“, so Köhler.
Das "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt" wurde im Jahr 2000 gegründet. Es ist ein bundesweites Netzwerk von über 1.300 Personen und Institutionen, die sich gegen fremdenfeindliche, rassistische und antisemitische Bestrebungen wenden.
Durch den Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" sammelt das Bündnis gelungene Projekte und unterstützt herausragende Projekte durch ein Preisgeld.







