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PalliativNetz e.V. bietet Todkranken in Wiesbaden einzigartige Versorgung
PalliativNetz Wiesbaden Taunus e. V. ist seit 2003 ein einzigartiges interdisziplinäres Netz zur Versorgung schwerstkranker, sterbender Patienten. Ihm gehören niedergelassene Hausärzte mit spezieller Fachausbildung, eine Apotheke, ambulante Pflegeteams, Psychologen und Psychoonkologen, Seelsorger, Physiotherapeuten, eine Palliativstation, ambulante Hospizdienste und die stationären Hospize Bärenherz und Advena dazu. Im Schnitt betreut das Netz stationär 7 Kinder und bis zu 15 Erwachsene sowie ambulant 3 Patienten.
Interdisziplinäre Teams und spezielle Ausbildung bieten Sicherheit
Das PalliativNetz hat integrierte Versorgungsverträge ausgehandelt, wobei die Kosten durch einen Fonds getragen werden, den das Netz mit der Techniker und der Barmer Krankenkasse ausgehandelt hat. Alle Partner leisten darüber hinaus sehr viel ehrenamtliche Arbeit, um die Kosten gering zu halten.
Rasche Hilfe und Sicherheit für Patienten und Angehörige gewährleisten die bestehenden Kommunikationswege, die Qualität der Ausbildung, denn alle Partner müssen eine Palliativ Care Ausbildung absolvieren, sowie die 24stündige Bereitschaft aller Partner im Netz.
"Da klingelt das Bereitschaftshandy auch schon ´mal auf dem Weg zur Christmette", sagt Dr. Matthias Rothenberger von der Partnerapotheke des Palliativnetzes "Am Hochfeld" im Gespräch mit Kristina Köhler.

Der junge Apotheker nimmt an den Visiten der stationär versorgten Patienten teil und hat ein Notfalldepot an speziellen Medikamenten, die Palliativpatienten benötigen.
"Solche Strukturen und Versorgungsverträge gibt es in anderen Kommunen oder Kreisen in der Regel nicht", meint Dr. Thomas Mainka, niedergelassener Arzt und Palliativmediziner des Netzes. Für die Patienten und Angehörigen bedeute das unnötige Wartezeiten und Reibungsverluste.
Beide begrüßten den Ansatz der Gesundheitsreform, die ambulante palliativmedizinische Versorgung zu stärken, deren vorrangiges Ziel sei, die Schmerzen und belastenden Symptome der Patienten zu lindern.
Weitere Informationen unter www.palliativnetz-wiesbaden.de
Das "Wiesbadener Palliativtelefon" ist rund um die Uhr erreichbar: T: 0611 – 40 80 828
Zum Hintergrund:
Palliativmedizin ist in Deutschland unzureichend
Palliativmedizin versucht die Leiden Todkranker zu lindern und ihre Lebensqualität und die der Angehörigen zu verbessern. Die Palliativmedizin steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Sie ist bisher nicht integraler Bestandteil der Medizin und auch nicht Teil der ärztlichen Ausbildung. Statt das Sterben erträglich zu machen, konzentrieren sich die Anstrengen häufig auf die übliche medizinische Versorgung – und verlängern damit künstlich das Sterben. Da die professionelle Betreuung Todkranker zu Hause noch wenig systematisch organisiert ist, sterben heute mehr als drei von vier Patienten im Krankenhaus, obwohl sie lieber zu Hause sterben möchten.
Anspruch auf ambulante Versorgung statt aktiver Sterbehilfe
Die Gesundheitsreform der Bundesregierung verbessert jetzt die palliativmedizinischen Versorgung: Gesetzlich versicherte Patienten mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung haben künftig Anspruch auf eine ambulante palliativmedizinische Versorgung durch Ärzte und Pflegekräfte - bei Bedarf auch rund um die Uhr.
Damit setzt die Bundesregierung einen humanen Gegenentwurf gegen aktive Sterbehilfe, wie sie z. B. in den Niederlanden praktiziert wird. Sie sieht das Sterben als einen natürlichen Prozess an, den ein Mensch möglichst würdevoll und ohne unnötiges Leiden durchleben soll.







