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Mittelständische Sanitätshäuser fürchten um ihre Existenz
· Wahlkreis Wiesbaden · Wirtschaftsstandort Wiesbaden
Sanitätshäuser sind nicht nur Anbieter von Hilfsmitteln bei Krankheit und für Pflege, sondern wichtige Berater für derartige Produkte und Dienstleistungen. Die durch die Gesundheitsreform vorgeschriebenen Ausschreibungen für Hilfsmittel durch Krankenkassen bzw. deren Umsetzung ist in Fachkreisen umstritten. Sanitätshäuser fürchten um ihre Existenz. Kristina Köhler diskutierte mit Thilo Söhngen, Geschäftsführer des Wiesbadener Traditionsunternehmens Wiesanha, und Thomas Blank, vom Wiesbadener Keil Sani Team, das sich auf Homecare und Stoma spezialisiert hat, über die Situation von Sanitätshäusern und Lösungsmöglichkeiten.

Vom Rollstuhl, über das Krankenbett bis hin zu Inkontinenzprodukten oder Sitzkissen reicht die Produktpalette eines Sanitätshauses. Qualität und Beratung wird in den meist kleinen und mittelständischen Sanitätshäusern groß geschrieben, die Mitarbeiter sind gut aus- und fortgebildet und daher wichtige Ansprechpartner vor Ort für Ärzte, Krankenhäuser, Patienten und Angehörige. Dabei ist es für die richtige Abstimmung wichtig, einen kompetenten Sanitätsfachhandel vor Ort zu haben. Viele Betriebe fürchten aber seit Inkrafttreten der letzten Gesundheitsreform immer mehr um ihre Existenz. Der Grund: Krankenkassen müssen, um die Kosten im Gesundheitswesen zu drosseln, die Bereitstellung von Hilfsmitteln bei Krankheit und Pflege ausschreiben. Bei der Umsetzung gibt es allerdings erhebliche Unstimmigkeiten, die zu Wettbewerbsverzerrungen und einer Benachteiligung mittelständischer Unternehmen führen können, erklärte Thilo Söhngen. Obwohl sich die Sanitätshäuser in und um Wiesbaden schon zu einem Bieterverband zusammengeschlossen haben, um überhaupt an Ausschreibungen teilnehmen zu können, könnten sie bei den derzeitigen Ausschreibungsbedingungen nicht mithalten. Als sich verschärfende Bedingungen zählten Söhngen und Blank auf: die großen Ausschreibungsgebiete, die, insbesondere wegen des notwendigen Services bei einigen Produkten, von Mittelständlern kaum bewältigt werden können, die reine Betonung des Preises zu Lasten der Qualität oder die geforderten Bürgschaften von Unternehmen, die an Ausschreibungen teilnehmen.
Es sei nicht im Sinne des Gesetzgebers gewesen, durch das Ausschreibungsverfahren den Mittelstand vor Ort zu gefährden, betonte Kristina Köhler im Gespräch. Sie bewertete es als sehr positiv, dass sich Unternehmen der Region zusammengeschlossen hätten, um sich dem notwendigen Wettbewerb stellen zu können, und freute sich auch über die Erfolge bei den bisherigen Ausschreibungen. Sie sagte auch zu, bei Gesprächen mit den zuständigen Fachpolitikern die Lösungsvorschläge von Wiesanha zu unterstützen.







