Dr. Kristina Schröder

Direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Wiesbaden
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Mehr flexible Pflegeangebote für Demenzkranke nötig //Köhler und von der Leyen besuchen Demenzzentrum von EVIM in Biebrich

· Wahlkreis Wiesbaden

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,2 Millionen Demenzkranke mit steigender Tendenz. Zwei von drei Patienten werden zuhause von ihrer Familie gepflegt. Gerade diese Familien brauchen Entlastung bei der Betreuung und Pflege. Dabei sind zunehmend flexiblere Angebote gefragt. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Kristina Köhler besuchten daher das Tagespflegezentrum des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Biebrich. Sie diskutierten über Entwicklungen und Probleme in der Pflege Demenzkranker und mögliche Lösungsansätze.

Die 13 Patienten des Tagespflegezentrums und ihre Betreuer empfingen die politischen Gäste aus Berlin und Wiesbaden mit einem Volkslied. „Musik und Lieder eröffnen vielen Demenzpatienten den Zugang zu Erinnerungen“, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die aus Erfahrung spricht, denn sie lebt seit Jahren mit ihrem dementen Vater zusammen. Das bestätigte auch die Leiterin der Einrichtung, Margit Mayr-Dohm. Es werde viel Zeit verbracht mit Gesprächen, die zur Biografiearbeit mit den Tagesgästen gehörten. Dabei kämen manchmal alte Geschichten zutage, die der Demenzkranke manchmal noch nie, manchmal schon oft erzählt habe, bestätigte von der Leyen. Kristina Köhler hatte der Ministerin den Besuch des Zentrums vorgeschlagen, weil es auch in Wiesbaden eine zunehmende Anzahl Demenzkranker gibt, und EVIM in und um Wiesbaden verschiedene, sich ergänzende Angebote zur Betreuung der Patienten anbietet. Dazu zählen das Tagespflegezentrum oder Wohngruppen.

Von der Leyen, Köhler und die Vertreter der Wiesbadener CDU, die Landtagsabgeordneten Astrid Wallmann und Horst Klee, Gesundheitsdezernentin Roselore Scholz, gesundheitspolitischer Sprecher Ulrich Weinerth und Petra Dittmann (AK Gesundheit), waren ganz beeindruckt von der ansprechenden räumlichen Gestaltung, dem Tagesablauf, der die Patienten so weit wie möglich einbezieht und ihre alltäglichen Fähigkeiten trainiert sowie von der professionellen und herzlichen Betreuung der Tagesgäste.

Anschließend diskutierten Köhler und von der Leyen mit Friedhelm Schrey, Leiter der EVIM-Altenhilfe GmbH. Alle waren sich einig, dass in der Gesellschaft noch viel mehr Aufklärung und Sensibilisierung stattfinden müsse, damit sich Familien nach der Diagnose nicht isoliert fühlten, und die Patienten weiter mitten in der Gesellschaft bleiben könnten. Der zunehmenden Knappheit an Pflegepersonal könne nur begegnet werden, indem der Zugang zu Pflegeberufen für berufliche Wiedereinsteiger sowie Menschen mit einfacherem oder auch akademischer Bildung erleichtert würde.

Zukünftig müssten auch mehr zeitlich flexible Angebote gemacht werden, damit Familien weiterhin kranke Angehörige zuhause pflegen könnten, und die dauernde Belastung besser verkrafteten. Infos und Ansprechpartner bietet auch das Wiesbadener Forum für Demenz an, das neben einer Vernetzung von Wissenschaft und den Einrichtungen zur Betreuung und Pflege mehr Sensibilität und Enttabuisierung des Themas in der Gesellschaft erreichen möchte.

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