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Köhler informiert sich über neues Konzept des Aktiven Museums Wiesbaden

· Wahlkreis Wiesbaden

Wir wollen keine Moralkeule schwingen und uns nicht anmaßen, über Schuld und Unschuld richten zu können, sondern wir wollen Verantwortung für uns und unsere Zukunft vermitteln. Unter dieser neuen Leitlinie des Aktiven Museums soll auch die Jugendarbeit stehen, die der Verein in Zukunft verstärkt durchführen will. Kristina Köhler, die den Verein am 15. August besucht hat, hält die Ideen und den Ansatz für vielversprechend.

Die Liste der Maßnahmen des Aktiven Museums Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e. V. ist lang: Stolpersteine zum Gedenken an deportierte Juden aus Wiesbaden, Erinnerungsblätter mit biographischen Hintergrundinformationen, Veranstaltungen, in denen Jugendliche Zeitzeugen des Nazi-Regimes oder Holocaust Überlebenden begegnen, eine reichhaltige Fachbibliothek... Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins haben viele Projekte angestoßen. "Wir wollen aber verstärkt die vierte Nachkriegsgeneration ansprechen", sagt der neue Vorsitzende, Prof. Karlheinz Schneider. Erinnerungsarbeit an die NS-Verbrechen habe sich zu lange an die Täter-Opfer-Rolle geklammert und sich damit gegenüber der jungen Generation selbst ins Abseits gebracht. "Wir wollen neue Wege gehen", erklärt Schneider Kristina Köhler bei deren Besuch im Museum.

Der Verein

will zum Beispiel mit der "Jugendinitiative Spiegelbild" verstärkt Jugendliche ansprechen: Ihnen soll aus der deutschen Geschichte heraus Verantwortung für die Zukunft vermittelt werden. Die Arbeit müsse daher verstärkt integrativ und interaktiv ausgerichtet sein. Allerdings stoße der Verein damit an seine Kapazitätsgrenzen. Aufgrund des enormen Zeitaufwands und auch wegen des meist großen Altersuntschieds zu den Jugendlichen könnten die Ehrenamtlichen das Projekt zwar fachlich betreuen, aber nicht praktisch umsetzen. Schneider bat daher Kristina Köhler, den Verein bei seinem Ziel, von der Stadt einen zeitlich befristeten Zuschuss für eine Teilzeitstelle eines Sozialpädagogen zu erhalten, zu unterstützen.

Köhler war beeindruckt von den Aktivitäten des Museums und der neuen Konzeption: "Ich kann mir gut vorstellen, dass mit diesem Ansatz den Jugendlichen , für die die NS-Zeit echte Geschichte ist, Toleranz und gegenseitige Achtung näher gebracht werden kann." Wichtig sei vor allem auch die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Denn gerade unter muslimischen Jugendlichen sei ein Anstieg antisemitischer Einstellungen festzustellen. "Die Verantwortung, die uns aus dem Holocaust erwächst, gehört auch zu unserer Leitkultur", betont Kristina Köhler.

Sie zeigte große Hochachtung, dass der Verein auch viele Spenden und Drittmittel einwirbt. Köhler, die Kuratoriumsmitglied der Bundeszentrale für politische Bildung und Beiratsmitglied im Bündnis für Demokratie und Toleranz ist, wies den Vorstand auf weitere Fördermöglichkeiten hin. Sie sagte aber auch zu, sich bei der Stadt für den Verein einzusetzen.

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