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Köhler informiert sich bei der wfb in Wiesbaden über die Erwerbssituation Behinderter
· Wahlkreis Wiesbaden · Integration von Menschen mit Behinderungen
Was stört es einen Schreiner, wenn er nicht hören kann? Mit diesem und ähnlichen Slogans wirbt auch die Werkstatt für Behinderte Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V. bei Firmen und Institutionen für die Anstellung Schwerbehinderter. Und das mit Erfolg. Der Verein, den Kristina Köhler am 16. August 2007 besuchte, ist stolz auf seine erfolgreiche Vermittlungstätigkeit, die sich deutschlandweit sehen lassen kann. Aber der Verein will mehr.

Die Werkstatt für behinderte Menschen Wiesbaden-Rheingau-Taunus e. V. hat den Auftrag behinderte Menschen, die dem Arbeitsmarkt nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen, über eine Beschäftigung, die ihren Fähigkeiten angemessen ist, zu fördern. Das Ziel ist, sie mittel- oder langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Derzeit sind rund 650 behinderte Menschen in den fünf Werkstätten und angeschlossenen Tagesstätten der wfb beschäftigt. Dabei steht die Integration vor der Effizienz der Arbeit. “Wir versuchen, die Arbeit um den Menschen herum zu bauen. Jeder macht das, wozu er in der Lage ist. Die Summe ergibt dann das Produkt“, sagte der Werkstatt Dr. Klaus Dreher beim Rundgang mit Kristina Köhler. In der Wiesbadener Werkstatt sind wichtige Standbeine Montage- und Verpackungsarbeiten, für die sich keine Maschinen lohnen, Versandarbeiten und Scan-Dienste. So könne die gesamte Tagespost eines großen Unternehmens übernommen werden, sagte der Geschäftsführer, Klaus-Peter Ringes: Per Scanner können z. B. 80.000 Dokumente, Briefe etc. von Hochleistungsscannern verarbeitet und per Standleitung direkt in die elektronischen Postfächer von Mitarbeitern der Firmen geschickt werden. Ein Unternehmen brauche daher keine Mitarbeiter mehr, die die zig-Tausend Briefe öffnen, sichten und im Hause verteilen. Außerdem sei alles digital verfügbar. Da diese Dienstleistung noch Potential hat und für Firmen lohnenswert ist, versprach Kristina Köhler, bei Unternehmen für die wfb zu werben.
"Die wfb muss und will am Markt agieren und ihre Dienstleistungen anbieten", sagte Jutta Monschau, die Geschäftsführerin des an die wfb angeschlossenen Integrationsvermittlungsdienstes (GID). "Dabei müssen wir einen "Bauchladen" an Leistungen vorhalten, um dem Einzelnen gerecht zu werden. Wir können nur in Grenzen wirtschaftlich handeln."

Trotzdem könne der GID stolz sein auf die erfolgreiche und nachhaltige Arbeitsvermittlung Behinderter, die sich im nationalen Vergleich sehen lassen könne, so Monschau. Die Verwaltungsstadt Wiesbaden erfülle ihr Soll bei der Beschäftigung Behinderter, außerdem seien die Wiesbadener Unternehmen sehr offen und mit der Leistung des GID zufrieden, der die Behinderten weiter betreue. Derzeit sind 4 Mitarbeiter des GID für rund 120 behinderte Arbeitssuchende zuständig. Aber der Vermittlungsdienst, der 2007 sein zehnjähriges Jubiläum feiert, hat auch Probleme: Nach dem Sozialgesetzbuch haben die Integrationsfachdienste zwar den Auftrag, behinderte Menschen in den Arbeitsmarkt zu vermitteln, aber die Finanzierung liegt nicht in einer Hand. Das bringt enorme Reibungsverluste mit sich. Daher appellierte Ringes an Köhler, sich für eine eindeutige Regelung einzusetzen.







