Dr. Kristina Schröder

Für Wiesbaden in Berlin

Aktuelles
Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen

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Anlässlich der Verabschiedung des „Gesetzes zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ gibt Kristina Schröder eine Schriftliche Erklärung nach § 31 Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages ab. Sie lehnt das Gesetz, dass die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen bekämpfen soll, ab.

Ich lehne das „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ ab.

Der Beweis, dass die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen systematisch auf eine Diskriminierung von Frauen zurückzuführen ist, wurde nicht erbracht. Auch in der in diesem Zusammenhang oft zitierten Studie des Statistischen Bundesamtes (2006) wird darauf hingewiesen, dass auch die bereinigte Lohndifferenz nicht mit einer erwiesenen Diskriminierung gleichzusetzen ist. Unbezahlte Überstunden etwa, die in Deutschland nach einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (2012) mehr als doppelt so oft von Männern wie von Frauen geleistet werden, werden in keiner der einschlägigen Studien berücksichtigt.

Man kann die Lohnlücke darauf zurückführen, dass Frauen „in traditionellen Rollenbildern verharren“, „gläserne Decken nicht durchstoßen können“ oder in die „Teilzeitfalle gedrängt“ werden. Ich hingegen gehe davon aus, dass Menschen in ihrem Leben Entscheidungen treffen. Darüber, welchen Beruf sie ergreifen, welches Gewicht sie der Karriere einräumen und wieviel Zeit sie für ihre Familie haben möchten. Diese Entscheidungen, mit allen ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen, hat der Staat nicht zu bewerten. Erst Recht ist es nicht Aufgabe des Staates, den Versuch zu unternehmen, Menschen umzuerziehen, damit sich männliche und weibliche Biographien möglichst angleichen. Denn nur dann, wenn Männer und Frauen sich in der Wahl ihrer Ausbildungen und Studienfächer, in der Länge ihrer beruflichen Auszeiten nach der Geburt eines Kindes, ihrer Bereitschaft Teilzeit zu arbeiten, Unternehmen zu gründen und unbezahlte Überstunden zu leisten, nicht mehr unterscheiden, wird sich rechnerisch keine Lohndifferenz mehr zwischen Frauen und Männern ergeben.

Der vorliegende Gesetzentwurf zielt im Kern auf eine Angleichung männlicher und weiblicher Biographien ab. Er trägt dies auf dem Rücken von Unternehmen aus, die unter den Generalverdacht gestellt werden, ihre Mitarbeiterinnen grundlos schlechter zu entlohnen als ihre Mitarbeiter. Dass daran irgendetwas nicht stimmen kann, zeigt schon eine schlichte ökonomische Betrachtung: Wenn wirklich Frauen in Deutschland für die gleiche Arbeit, bei gleicher Ausbildung, gleicher Erfahrung und gleichem Arbeitseinsatz, sechs Prozent weniger Gehalt bekämen, warum kommen dann nicht mehr Unternehmen auf die Idee, ausschließlich Frauen einzustellen, um so sechs Prozent Lohnkosten zu sparen?

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