Dr. Kristina Schröder

Für Wiesbaden in Berlin

Aktuelles
Familienpflegezeit: Meilenstein zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf // Kristina Schröder ruft Wiesbadener Unternehmen und Institutionen auf mitzumachen

· Wahlkreis Wiesbaden · ·

"Berufstätige, die einen Angehörigen pflegen möchten, haben es ab dem nächsten Januar leichter, Arbeit und familiäre Verantwortung zu vereinbaren", sagte die Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordnete und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder. Das von ihr vorgelegte Gesetz zur Familienpflegezeit ermöglicht pflegenden Angehörigen, die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre zu reduzieren, wobei der Einkommensverzicht abgefedert wird. Der Deutsche Bundestag hat vor wenigen Tagen das entsprechende Gesetz verabschiedet.

Kristina Schröder ruft jetzt Wiesbadener Unternehmen und Institutionen auf, die Familienpflegezeit zu übernehmen. "Schon aus eigenem wirtschaftlichen Interesse ist es kostengünstiger, die Familienpflegezeit anzubieten, als erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter gehen lassen zu müssen", so Schröder.

"Die Familienpflegezeit ist eine moderne Antwort auf die Herausforderungen des demographischen Wandels. Ich habe ein zukunftsweisendes Modell entwickelt, das dem Staat kein Milliardenprojekt aufbürdet. Dennoch profitieren alle von dem Gesetz", sagte Schröder. Denn: Bislang konnten sich Arbeitnehmer für die Pflege eines Angehörigen für höchstens sechs Monate freistellen lassen - ohne Lohnfortzahlung.

Die Regelungen des Familienpflegezeitgesetzes

Die Familienpflegezeit sieht vor, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduzieren können, wenn sie einen Angehörigen pflegen. Wird z. B. die Arbeitszeit in der Pflegephase von 100 auf 50 Prozent reduziert, erhalten die Beschäftigten weiterhin 75 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Zum Ausgleich müssen sie später wieder voll arbeiten, bekommen in diesem Fall aber weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Arbeitgeber und Arbeitnehmer schließen dazu eine Vereinbarung zur Familienpflegezeit ab. Der Arbeitgeber beantragt dann eine Refinanzierung beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Nach der Pflegephase behält der Arbeitgeber einen Teil vom Lohn ein und zahlt diesen an das Bundesamt zurück.

Das Modell der Familienpflegezeit hat auch das Problem der Altersarmut im Blick. Gemeinsam mit den Leistungen der Pflegeversicherung halten pflegende Angehörige trotz Reduzierung der Arbeitszeit die Rentenansprüche etwa auf dem Niveau der Vollzeitbeschäftigung. Personen mit geringem Einkommen werden sogar besser dargestellt. Es sei ein erster Meilenstein hin zu einer besseren Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Beruf, so Schröder.

Der Bedarf einer besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ist in Deutschland hoch: Von den 2,38 Millionen Menschen in Deutschland, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, werden mehr als zwei Drittel zu Hause versorgt - durch Angehörige und ambulante Dienste. Drei von vier Berufstätigen möchten ihre Angehörigen so weit wie möglich selbst betreuen. Diesem Wunsch entspricht die Familienpflegezeit.

Bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes haben zahlreiche Unternehmen ihre Teilnahme an der Familienpflegezeit angekündigt, unter anderem die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, Airbus Deutschland, der Automobilzulieferer Continental sowie Roche Diagnostics. Jetzt seien auch Wiesbadener Unternehmer aufgerufen mitzumachen, so Schröder.

« Bundestag stärkt den Kinderschutz durch bessere Prävention Energiewende ist ur-christdemokratisch // Kristina Schröder und Norbert Röttgen beim Herbstgespräch der FU Wiesbaden »