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Dyckerhoff AG entwickelt Betone mit Nanotechnologie // Kristina Köhler setzt Besuchsreihe in "Wiesbadener Denkfabriken" fort
· Wahlkreis Wiesbaden · Wirtschaftsstandort Wiesbaden
Beton ist aus dem Bau von privaten oder öffentlichen Gebäuden, Brücken oder Industriebauten nicht mehr wegzudenken. Nur wenig bekannt ist aber, dass die Branche sehr innovativ ist, um leistungsfähigere, dauerhaftere und umweltschonende Baustoffe zu entwickeln. Die Dyckerhoff AG ist dabei einer der weltweit führenden Anbieter – auch wegen ihrer umfassenden Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Kristina Köhler und der Wirtschaftsdezernent Wiesbadens, Detlev Bendel, besuchten das firmeneigene Forschungsinstitut, das vom Bundesforschungsministerium über 1 Million Euro Fördermittel für fünf Projekte erhält.

Beton ist einer der wichtigsten Baustoffe. Durch zunehmende Belastung z. B. durch steigenden Verkehr auf Brücken, höhere Gebäude oder Umweltschadstoffe steigen die Ansprüche, was der Baustoff leisten und wie lange er halten soll. Auch die politischen Vorgaben zur Einsparung von CO2 haben einen gewissen Druck ausgeübt, neuartige Betone zu entwickeln. Denn: Bei der Herstellung von Zement entstehen große Mengen CO2, die durch neue Herstellungsverfahren, den Einsatz von Sekundärbrennstoffen oder durch neue Betonbestandteile reduziert werden können.
Nanotechnologie kann dazu beitragen, Betone zu verdichten und ultrahochfeste Betone herzustellen, die Stahl sehr ähnlich sind. Carbonanotubes (CNT) sind mikroskopisch kleine Kohlenstoffröhrchen, die Beton zukünftig beigemischt werden könnten. Sie haben eine 400fach höhere Festigkeit als Stahl, sind sehr biegsam und beständig gegen schädliche Umwelteinflüsse. Dyckerhoff erforscht im Wilhelm Dyckerhoff Institut für Bautechnologie dabei, wie und in welcher Menge CNT beigemischt werden können, welche Eigenschaften der entstehende Baustoff hat, und wie die Freisetzung der CNT aus dem Beton verhindert werden kann. In einem anderen Projekt sollen Verfahren entwickelt werden, um den breiten Einsatz von Hochleistungsbetonen zu ermöglichen. Dazu gehören spezielle Mahl- und Mischverfahren. Da Luftschadstoffe Betonbauwerke extrem schädigen können (Biokorrosion), arbeitet Dyckerhoff auch Betonoberflächen, die nanotechnologisch funktionalisiert sind, und so Schadstoffe abbauen können (HelioClean-Projekt).
Kristina Köhler war beeindruckt, wie die Dyckerhoff AG modernste Technologie entwickelt, die Wiesbaden eine weltweit führende Rolle sichert. Es sei bemerkenswert, wie viel Innovationsleistung der politische Druck auf die CO2-Einsparung ausübe. Dabei dürften allerdings die "politischen Stellschrauben" nicht so stark angezogen werden, dass Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, betonte Köhler.
Sie und Bendel begrüßten auch das Zusammenspiel öffentlicher und privater Investition in der Forschungsarbeit: Das Bundesforschungsministerium fördert 5 Projekte des Instituts mit insgesamt mehr als 1,2 Millionen Euro. Die Dyckerhoff AG investiert rund weitere 3 Millionen Euro in die Forschungsarbeit.









Dr. Volkhart Rudert
Es ist äußerst erfreulich über Beispiele zu lesen, wie Forschungsmittel des Bundes auch in eher mittelständisch strukturierte Unternehmen vergeben werden. Wenn Mitglieder des Bundestages, sich um die Verwendung dieser sinnvoll eingesetzten Mittel persönlich kümmern, so bedeutet dies zweierlei:
zum einen eine Kontrolle der verwendung von Steuergeldern und zum anderen einen Zugewinn an Kompetenz in unserem obersten Parlament, der grundsätzlich solchen Bereichen der Wirtschaft zugutekomen wird, die sonst eher nicht im Lichte der medialen Welt stehen, gleichwohl die Mehrzahl der Arbeitsplätze im Baugewerbe und der Bauindustrie nachhaltig fördern helfen.
Es wäre sicher ebenso hilfreich, wenn Abgeordnete einmal an den Gutachtersitzungen der AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) als Gast teilnehmen würden.
am 11.09.2009 geschrieben