Neuigkeiten 
Deutsch in der Verfassung verankern
Deutsch ist als Nationalsprache nicht im Grundgesetz festgeschrieben – im Gegensatz zur jeweiligen Sprache anderer Nationen. Das will der Verein deutsche Sprache e. V. ändern. "Wir stehen nicht allein: Das zeigen die rund 800 Unterschriften, die wir in Wiesbaden und Umgebung gesammelt haben", erklärte Günther Kopp, Regionalvorsitzender des Vereins für Wiesbaden. Nach der heute veröffentlichten Infratest Umfrage des SPIEGELs stimmen 78 Prozent der Befragten dafür, dass Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz festgeschrieben wird, freut sich Kopp.
Im Vorfeld des Tages der deutschen Einheit überreichte Kopp die Unterschriften der Wiesbadener Bundestagsabgeordneten Kristina Köhler. Köhler sagte Kopp zu, die Unterschriftenliste dem Bundestagspräsidenten, Norbert Lammert, zu übergeben. Lammert hatte sich dafür ausgesprochen, Deutsch im Grundgesetz festzuschreiben. Dafür ist eine Verfassungsänderung nötig.

Deutsch vor "Denglisch" schützen
Köhler und Kopp sind sich einig, dass die deutsche Sprache zunehmend durch englische Begriffe im Alltag und oder in bestimmten Fachsprachen gefährdet sei. Menschen, die kein oder wenig Englisch sprechen, würden dadurch ausgegrenzt. Außerdem verliere die deutsche Sprache die Fähigkeit, sich weiter zu entwickeln und als vollwertiges Kulturgut angesehen zu werden. "Unsere Muttersprache darf weder in der Wissenschaft noch im Alltag unbrauchbar werden", so Köhler. Das habe nichts mit rückwärtsgewandter Deutschtümelei zu tun. Man müsse auch nicht krampfhaft jeden englischen Begriff meiden. Aber schon Goethe war der Meinung, dass die Stärke einer Sprache sich darin beweist, dass sie Fremdes nicht abweist, sondern verschlingt, zitierte Kopp.

Vom Sprachpanscher bis zum Tag der deutschen Sprache
Der Verein deutsche Sprache e. V. besteht seit 1997 in fast allen Regionen Deutschlands. Ihm gehören rund 25.000 Mitglieder an, die aus allen Bevölkerungsschichten des In- und Auslandes stammen. Das Ziel des Vereins ist es, der Anglisierung unserer Sprache entgegen zu wirken bzw. Fremdwörter auf sinnvolle und nicht übertriebene Weise ins Deutsche einzubeziehen.
Der Verein wählt regelmäßig den "Sprachpanscher des Jahres", zu denen z. B. der Direktor des Frankfurter Städel-Museums, Prof. Dr. Herbert Beck, zählt. Er erfand den Begriff "Goethe-Jump" oder lädt ein zum "Unfinished Print" und "Art after Work" oder "Art Talk for Families". Darüber hinaus führt der Verein jährlich den "Tag der deutschen Sprache" durch.
Der Verein Region Wiesbaden führt an jedem 15. eines Monats einen Sprachstammtisch durch in Axels Avanti, Elsässer Platz, Wiesbaden. Interessierte können gerne daran teilnehmen. Weitere Informationen finden Sie unter www.vds-ev.de oder erhalten Sie direkt vom Vorsitzenden des Vereins Region Wiesbaden, Günther Kopp, T: 0611/ 721600.







