Dr. Kristina Schröder

Direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Wiesbaden
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

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Boys' Day ab 2011 auch in Wiesbaden

· Wahlkreis Wiesbaden · Gleiche Chancen für Frauen und Männer

Auch in Wiesbaden sind Jungen in der Schule weniger erfolgreich als Mädchen. Von den fast 200 Schülern, die 2008 ohne Abschluss die Schule verlassen haben, sind etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) Jungen. Gleichzeitig haben Jungen mit 46 Prozent etwas weniger häufig Abitur gemacht als Mädchen. "Heute gelten nicht mehr die Mädchen, sondern die Jungen als Problemkinder, auch wenn die Zahlen für Wiesbaden nicht allzu drastisch sind. An der Entwicklung wollen wir etwas ändern", sagte die Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordnete und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder anlässlich des 10. bundesweiten "Girls' Day". Die Aufgabe der Politik müsse es sein, diese Benachteiligung abzubauen. "In der Frauen- und Mädchenpolitik haben wir viel erreicht - das muss uns nun genauso bei Männern und Jungen gelingen", so Schröder.

Das schlechtere Abschneiden von Jungen liege unter anderem daran, dass Kindergärten und Schulen weiblich dominiert seien. "Den Jungen fehlen oft männliche Vorbilder, viele wachsen ohne Vater auf und haben sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule kaum Männer als Bezugspersonen. Wir brauchen daher mehr Männer in Kitas und Grundschulen, eine Pädagogik, die noch stärker auf jungenspezifische Bedürfnisse eingeht und Programme, die zum Beispiel männlichen Schulverweigerern eine zweite Chance geben", sagte Schröder.

Neue Perspektiven aufzeigen - nicht umerziehen

Eine Maßnahme sieht Schröder darin, ab 2011 bundesweit einen "Boys' Day" parallel zum "Girls' Day" durchzuführen. Dabei sollen Jungen Berufe gezeigt bekommen, die eher typische Frauenberufe sind wie Kindergärtnerin, Grundschullehrerin oder Pflegerin. In der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft sinke die Nachfrage nach Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe, das traditionell männlich dominiert sei. Zugleich steige der Bedarf etwa an Erziehern oder Altenpflegern. Schröder will deshalb gerade bei den Jungen das Interesse für diese Berufe wecken und ihnen damit neue berufliche Perspektiven bieten.

"Wir wollen Jungen nicht umerziehen, aber Ihnen die Chance geben, ihre Talente zu entdecken", so Schröder. Der "Boys’ Day" sei somit ein Baustein für eine neue Jungen- und Männerpolitik. "Bei Mädchen hat die Politik viel erreicht, jetzt wollen wir bei den Jungs genauso viel erreichen", sagte Schröder. Sie ruft daher Wiesbadener Unternehmen, Organisationen und Einrichtungen auf, im nächsten Jahr gezielt Schnupperpraktika für Jungen anzubieten.

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