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Besuch der JVA-Wiesbaden
Kristina Köhler besuchte am 6. Dezember die JVA Wiesbaden, um sich genauer über die Situation der Häftlinge dort und vor allem über die seit 2002 laufenden Modellprojekte für Berufsausbildungsmöglichkeiten zu informieren. In einem intensiven Gespräch stellten die Leiterin der JVA, Hadmut Jung-Silberreis, und der Leiter des Bildungsprojekts, Jörg Weber, die breit gefächerten Möglichkeiten zur Berufsausbildung an der JVA vor. Die Inhaftierten, die zu 70 Prozent Migrationshintergrund haben, bleiben im Durchschnitt zwölf Monate in der JVA-Wiesbaden. Daher hat die JVA ein Modellprojekt entwickelt, um die Ausbildung in Module aufzuteilen. So können die jungen Straftäter Teilqualifikationen abschließen. Darauf können die Entlassenen "draußen" aufbauen. Damit ist die JVA hessen- und wahrscheinlich bundesweit einzigartig.

Beginnend mit der Möglichkeit, einen Haupt- oder Realschulabschluss zu machen, kann nach etwa vier Jahren eine Gesellenprüfung in verschiedenen Handwerken wie beispielsweise Bäcker, Schlosser oder Gastronom abgelegt werden. Bei den Ausbildungsangeboten wurde besonders auf die Zertifizierung durch die IHK geachtet, um den Häftlingen später größere Berufschancen zu eröffnen. Die Initiative ist einzigartig in Hessen und achtet besonders darauf, nicht mehr nur für die Häftlinge, sondern mit ihnen zu arbeiten und sie selbst zu Aktivität und Leistung anzuspornen. Eine Besonderheit ist sicherlich, dass die Ausbildungen sogar über die Haftzeit hinaus abgeschlossen werden dürfen. Weitere Projekte sind in Vorbereitung, darunter auch ein Theaterprojekt gegen Rechtsextremismus, das seit September 2007 läuft. Kristina Köhler begrüßte die Initiativkraft der JVA-Wiesbaden sehr.
Zu dem Gespräch waren auch drei junge Strafgefangene eingeladen, die sich positiv zu den Ausbildungsmöglichkeiten äußerten und sie als große Chance zur Gestaltung der eigenen Zukunft begriffen. Kristina Köhler fragte die jungen Männer genau nach ihrem Tagesablauf und Zukunftsvorstellungen. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass die jungen Straftäter die Ausbildungsmöglichkeiten als Chance sahen, sich auf eine Sache zu konzentrieren, beruflich Fuß zu fassen und sich von ihrer Vergangenheit und ihrem früheren Umfeld zu lösen.







