Dr. Kristina Schröder

Für Wiesbaden in Berlin

Aktuelles
Auskunftsanspruch auf Durchschnittsgehalt prinzipiell nicht vom Koalitionsvertrag gedeckt

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Beschluss des Vorstands des Parlamentskreis Mittelstand der
CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag


Die Differenz von aktuell 22 Prozent zwischen dem durchschnittlichen Stundenlohn einen Mannes und dem einer Frau in Deutschland (Gender Pay Gap) ist ganz überwiegend auf unterschiedliches Verhalten der Geschlechter zurückzuführen: Frauen wählen andere Ausbildungen, Studiengänge und Berufe als Männer, arbeiten seltener in großen Unternehmen und auf höheren Hierarchieebenen und unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit häufiger als Männer. Der Nachweis, dass diese Hauptursachen des Gender Pay Gaps auf Diskriminierung von Frauen zurückzuführen sind, steht aus. Unserem Menschenbild als Parlamentskreis Mittelstand der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag entspricht es, unterschiedliche Präferenzen von Menschen zu achten und zu respektieren, auch wenn diese geschlechtsspezifisch unterschiedlich verteilt sein mögen.

Rechnet man die oben genannten Faktoren hinaus, bleibt noch ein bereinigter Gender Pay Gap zwischen sieben Prozent nach den Studien des Statistisches Bundesamts und zwei Prozent nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Die Forscher weisen darauf hin, dass auch diese Lohndifferenz nicht als Nachweis von Diskriminierung interpretiert werden kann, da lohnrelevante Faktoren wie beispielsweise die stärkere Bereitschaft von Männern, unbezahlte Überstunden zu leisten, nicht berücksichtigt sind.

Der PKM hält ein Gesetz zur Reduzierung des Gender Pay Gaps nicht nur für überflüssig, sondern auch für schädlich. Schädlich, da es Unternehmer und Arbeitgeber unter Generalverdacht stellt und mit erheblichem bürokratischem Aufwand verknüpft ist.

Vor allem aber kritisieren wir die derzeit diskutierte Offenlegungspflicht des Durchschnittsgehalts einer Gruppe vergleichbarer Arbeitnehmer. Durchschnittswerte haben es an sich, dass rund 50 Prozent unter diesem Wert liegen. Eine solche Offenlegung wird daher ganz automatisch und geschlechtsunabhängig zu erheblichen Unfrieden in Unternehmen führen.

Im Koalitionsvereinbarung heißt es zu diesem Thema:

„Um das Prinzip ‚gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit‘ besser zur Geltung zu bringen, wollen wir mehr Transparenz herstellen, unter anderem durch eine Verpflichtung für Unternehmen ab 500 Beschäftigte, im Lagebericht nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) auch zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit nach Maßgabe gesetzlicher Kriterien Stellung zu nehmen. Darauf aufbauend wird für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein individueller Auskunftsanspruch festgelegt.“

Der PKM unterstützt Bundeskanzleramt und Fraktionsführung in ihrer harten Verhandlungslinie, gemäß der Koalitionsvereinbarung einen „individuellen Auskunftsanspruch“ nur für Unternehmen ab 500 Beschäftigte zu verankern. Wir weisen allerdings auch darauf hin, dass dieser „individuelle Auskunftsanspruch“ in unserer Koalitionsvereinbarung nicht näher spezifiziert ist. Ein Anspruch darauf, das Durchschnittsgehalt einer Gruppe vergleichbarer Kollegen des anderen Geschlechts zu erfahren, ist vom Koalitionsvertrag auf jeden Fall auch bei Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern nicht gedeckt und wird vom PKM daher nicht mitgetragen.

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