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Aufruf zur Bewerbung für Förderprogramm Mehrgenerationenhaus
In den nächsten vierzig Jahren wird sich die Zahl der über 80-jährigen Menschen voraussichtlich verdreifachen. Viele von ihnen werden kinderlos sein. Mehrgenerationenhäuser als offene Treffs könnten daher viele Aufgaben übernehmen, die früher die Familie innehatte, und so für Viele das Zuhause der Zukunft sein, sagte Dr. Doris Jentsch, Beauftragte für Demografie der CDU-Rathausfraktion. Der Bund hat 2006 das "Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser" initiiert, um die Vorteile familiärer Netzwerke zu bewahren und in eine moderne Lebensform zu übertragen, sagte die Wiesbadener Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt wird ein Mehrgenerationenhaus in den nächsten fünf Jahren mit bis zu 200.000 Euro gefördert. Köhler rief private, kirchliche und öffentliche Träger auf, sich für die Fördermittel zu bewerben. Rund 30 Einrichtungen, Entscheidungsträger und Interessierte informierten sich beim CDU-Rathausgespräch von Jentsch und Köhler über die Ziele, Bewerbungskriterien und -ablauf des Aktionsprogramms.
Mehrgenerationenhäusern - Treffs mit vielen Angeboten
Durch die sich verändernde Familienstruktur würden verwandtschaftliche Netzwerke dünner und es fehle an familiärer Unterstützung vor Ort. Zudem hätten immer weniger Ältere und Jüngere Kontakt mit der jeweils anderen Generation. Einzelne Generationen drohten zu isolieren, meinte Köhler. Mehrgenerationenhäuser sollen daher offene Treffs sein, an denen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis ins hohe Alter in einem Café begegnen, ältere Menschen Schülern bei den Hausaufgaben helfen oder in Werkstätten praktisches Wissen weitergeben, wo Kinder betreut werden oder Bildungskurse stattfinden. Gleichzeitig sollen Menschen und Unternehmen Dienstleistungen anbieten und nachfragen können. Das Aktionsprogramm fördere daher auch einen neuen Markt an haushaltsnahen Dienstleistungen. An diesem Treff- und Marktplatz können sich Schulen, Vereine, Bibliotheken und andere kommunale Einrichtungen beteiligen.
Andreas Guntrum, Geschäftsführer der SEG Wiesbaden, erweiterte den Blick auf die demografische Entwicklung in einzelnen Stadtbezirken, da z. B. im Parkfeld schon jetzt rund ein Drittel der Bewohner über 60 Jahre alt sei. Mehrgenerationenhäuser müssten daher nachhaltig geplant und in die Stadtteilplanung eingebunden werden.
Sieben Mindestkriterien müssen erfüllt sein
Das Aktionsprogramm fördert generationenübergreifende Treffpunkte, die sieben Mindestkriterien erfüllen müssen. Dazu zählen generationenübergreifende Angebote für alle Altersstufen, Kinderbetreuung, gleichberechtigte Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen, Einbeziehung der lokalen Wirtschaft und eine offene Cafeteria. Einrichtungen, die z. B. Angebote für Migranten haben oder Kooperationen mit Kultur- und Bildungseinrichtungen vor Ort gehen, verbesserten darüber hinaus ihre Bewerbungschancen, so Köhler. Generationenübergreifende Wohnprojekte könnten sich bewerben, wenn sie zusätzlich die oben genannten Kriterien erfüllen. Baumaßnahmen werden nicht gefördert. Die zweite und letzte Bewerbungsphase läuft vom 16. April bis 11. Mai 2007. Nähere Infos unter www.mehrgenerationenhaeuser.de.
"Zenja" - Mehrgenerationenhaus in Langen
Monika Maier-Luchmann vom Langener Zentrum für Jung und Alt (Zenja) schilderte mit viel Engagement das Langener Konzept und die Erfahrungen bei seiner Entstehung sowie bei der Bewerbung um die Fördermittel. Sie betonte die wesentlichen Merkmale eines Mehrgenerationenhauses: Offenheit für Veränderungen, Austausch und Netzwerk zwischen den geförderten Häusern sowie niederschwellige Angebote für Jeden. Im Langener Projekt sähen sich die Haupterwerbstätigen im Dienste der Ehrenamtlichen, so Maier-Luchmann.







